BioAcker und GrünlandMit Humusaufbau Geld verdienen

Mit Humusaufbau Geld verdienen

Quelle: Goldberger

Der Klimawandel wird das bestimmende Thema der neu anbrechenden Dekade. Damit eröffnet sich für Landwirte eine Chance, denn mit Humus können große Mengen an CO2 gebunden werden. Die Landwirte der Ökoregion Kaindorf zeigen seit ca. zehn Jahren, wie die Zukunft aussehen könnte. Sie erhöhen den Humusanteil im Boden, die Ökoregion verkauft das damit gespeicherte CO2 in Form von Zertifikaten an Unternehmen. Thomas Karner ist Geschäftsführer der Ökoregion Kaindorf. Er sieht großes Potenzial für die Zukunft: „Die Nachfrage nach Zertifikaten ist groß, derzeit gibt es zu wenige Bauern, um den Bedarf zu decken.“ 30 Euro erhalten die Landwirte aktuell für die Tonne CO2. Durchschnittlich können laut Karner jährlich 10 t CO2 pro Hektar gespeichert werden. Die Ökoregion empfiehlt eine Reihe von Maßnahmen zum Humusaufbau. Grundsätzlich können aber Landwirte selbst über ihre Bewirtschaftung entscheiden. Die Ökoregion Kaindorf ist ein Pionierprojekt, weitere Projekte in Österreich und mehreren Ländern in Europa befinden sich im Aufbau. Wir haben mit Experten über ihre Erfahrungen zum Humusaufbau gesprochen.

Untersaaten und Feldfutter

Feldfutter und Grünland sind für Sepp Braun die wichtigsten Faktoren für den Humusaufbau. Der Bio-Bauer aus Freising bei München beschäftigt sich schon lange mit Humusaufbau. „Für eine ausgeglichene Humusbilanz müssen wir Wurzelmasse erzeugen“, sagt Braun. Daher führe an Kleegras oder Luzerne kein Weg vorbei. Die ausgeprägten Wurzeln versorgen das Bodenleben mit wertvollen Assimilaten. Nicht weniger wichtig seien Untersaaten im Getreide. Braun: „Ab Mitte Juni, wenn die Getreidefelder in der Gelbreife sind, gibt es keine Photosynthese mehr auf diesen Feldern. Ohne Untersaaten lassen wir diese Wüstenflächen einfach brach liegen.“

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Humus bilanzieren

Ob der Humusgehalt im Boden steigt oder sinkt, zeigt die Humusbilanzierung. Eva Erhart von Bio Forschung Austria empfiehlt die standortangepasste Methode STAND nach Prof. Kolbe. Erhart: „Wie hoch der jährliche Humusabbau ist, hängt nicht nur von den angebauten Feldfrüchten, sondern vor allem vom Boden und dem Klima am Standort ab.“ Die Bilanzierungsmethode STAND unterscheidet sechs Standorttypen. Für die Humuszufuhr werden Stroh, organische Dünger, Gründüngung und humusmehrende Kulturen angerechnet. Dazu zählen Futterleguminosen oder Körnerleguminosen. Hackfrüchte und Mais zählen zu den humuszehrenden Kulturen.

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Humusaufbau durch Mulch

Gemüsebauer Christoph Zehrfuchs aus Dechantskirchen in der Steiermark baut Humus auf, indem er Mulch auf die Gemüseflächen ausbringt. Auf seinen Flächen wächst während der Wintermonate Wickroggen. „Nur wenn wir die Mikrobiologie auch im Winter ernähren, kann Humusaufbau betrieben werden“, sagt Zehrfuchs. Im Frühsommer wird Wickroggen oder Kleegras gemäht und direkt auf den Gemüseflächen wieder ausgebracht. „Drei Hektar Begrünung benötigen wir für einen Hektar Gemüse“, erklärt der 34-Jährige.

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Flächenrotte für mehr Humus

„Die sandigen und seichtgründigen Böden im Mühlviertel brauchen keinen Pflug“, behauptet Helmut Hinterreiter aus Schönau im Mühlkreis. Er setzt auf die Flächenrotte. Zwischenfrüchte, Kleegras oder Luzerne werden dabei mit effektiven Mikroorganismen behandelt, bevor eine Fräse sie in den Boden einmischt. So wird der Bestand nachhaltig abgetötet und gleichzeitig Bodenwasser gespart. Die Mikroorganismen verhindern dabei den Fäulnisprozess und unterstützen die Rotte der grünen Pflanzen. Das erhöht am Ende den Humusgehalt.

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