RindKälberMehr Fördermittel für Qualitätsprogramm “Qplus Rind”

Mehr Fördermittel für Qualitätsprogramm “Qplus Rind”

Durch die „Qplus“-Programmteilnahme haben sich zahlreiche Betriebe in den Leistungskennzahlen verbessert.
Quelle: Archiv

“Qplus Rind” baut auf den Anforderungen des AMA-Gütesiegels auf und wurde von Beginn an aus Mitteln der Ländlichen Entwicklung und einem Sockelbetrag der Länder finanziert. „Nun konnte durch eine Vereinbarung zwischen Landwirtschaftsministerium und den Agrarreferenten der Länder bereits für die Übergangsperiode bis zur künftigen neuen GAP eine weitere Verbesserung erreicht werden. Dazu wird ab dem kommenden Jahr jener Betrag, den die Landwirte neben der LE-Förderung der Programm-Teilnahmekosten als Fixbetrag erhalten, deutlich erhöht und attraktiver gestaltet”, erläutert Landwirtschaftskammer (LK) Oberösterreich-Präsidentin Michaela Langer-Weninger. Angestrebt wird, die Zahl der an diesem Programm teilnehmenden Betriebe von bisher österreichweit knapp 3.000 in den nächsten Jahren zu verdoppeln und die Wirtschaftlichkeit der Rindermast und Mutterkuhhaltung sowie die heimische Rindfleischqualität für die Konsumenten weiter zu verbessern.

Schafe und Ziegen einbeziehen

Aufgrund der positiven Erfahrungen aus dem Rindersektor soll künftig ebenso der Bereich der Schaf- und Ziegenhaltung in die Maßnahme miteinbezogen werden. Auch die Implementierung der Kalbfleischproduktion ist vorgesehen, mit dem Ziel, die Mast von Kälbern beziehungsweise die Produktion von Kalbfleisch in Österreich anzukurbeln und die Tiertransporte zu verringern.

„Mit einer Verdoppelung der sogenannten De-minimis-Förderung bereits für kleinere Höfe und einer stufenweisen Anhebung des Betrages je nach Betriebsgröße wird ab dem kommenden Jahr ein attraktiver Anreiz gesetzt, sich als Rindermäster oder Mutterkuhhalter am Programm “Qplus Rind” zu beteiligen. Ziel ist es, mehr Geld direkt in die Betriebe zu bringen und die Attraktivität für die Teilnahme an den Programmen der Mutterkuhhaltung, Rinder- oder Kälbermast weiter zu steigern. Das bringt neben höherer Fleischqualität auch höhere Vermarktungserlöse”, ist Max Hiegelsberger, Agrar-Landesrat in Oberösterreich, überzeugt.

Qualitätsverbesserungen mithilfe des Leistungsberichts

„Mit 2021 können jederzeit neue Betriebe in das freiwillige Modul “Qplus Rind” einsteigen. Die Grundlage dafür bildet ein AMA-Gütesiegel-Erzeugervertrag”, betont Johannes Minihuber, Geschäftsführer der Österreichischen Rinderbörse. Ziel von “Qplus Rind” ist es, durch die Optimierung der Rindermast und Mutterkuhhaltung in den Bereichen Fütterung, Tierhaltung, Tierwohl, Hygiene und Betriebsmanagement die Qualität der Enderzeugnisse zu steigern. Jeder Teilnehmer bekommt zweimal jährlich einen Leistungsbericht über all seine vermarkteten Rinder (Jungstier, Ochse, Kalbin, Jungrind, Einsteller, Schlachtkalb) sowie über Mutterkuhkennzahlen. Im diesem werden alle Kennzahlen (Tageszunahmen, Schlachtgewicht, Handelsklasse usw.) erhoben und gegenübergestellt (Vorjahreswerte, Bundesland-Vergleich, Österreich-Vergleich). Im Rahmen der Betriebsbesuche durch einen Qualitätsbeauftragten der jeweiligen Abwicklungsstelle werden die Daten besprochen und bei Bedarf ein Maßnahmenplan mit Verbesserungspotenzial ausgearbeitet. Kernelemente bei “Qplus Rind” werden weiterhin die Auswertungen der Mastleistungen und der erzeugten Qualitäten am Betrieb sein, da dies für die Wirtschaftlichkeit der Produktionszweige wesentlich ist. Ein neuer und spezieller Fokus wird dabei auf die Tiergesundheit gelegt.

„Wir sehen, dass sich durch die ‘Qplus’-Programmteilnahme zahlreiche Betriebe in den Leistungskennzahlen verbessert haben. Bei jenen mit den besten Ergebnissen gilt es, das hohe Niveau zu halten. Bei Betrieben mit Potenzial nach oben zeigt sich, dass mit entsprechender Umsetzung von gezielten Maßnahmen deutliche Entwicklungsschritte in den Qualitäten, wie etwa verringerte Mastdauer, optimierte Schlachtkörpergewichte usw., erreicht werden können”, bestätigt Minihuber.

Unterstützung für Kalbfleischproduzenten

Mit der Erweiterung von “Qplus Rind” auf die Kalbfleischproduktion sollen sowohl Betriebe mit Vollmilchkälbermast (leichte Kälber, Standardkälber) als auch die Kalb-rosé-Mast im Rahmen des “Qplus”-Moduls begleitet werden. Insbesondere Betrieben, die neu in die Kalbfleischproduktion (z. B. Kalb rosé) einsteigen, werden dadurch wichtige Datengrundlagen geliefert. Kalb-rosé-Tiere sind schwere Kälber, die mit ca. 290 kg geschlachtet werden und nicht nur Milch, sondern auch Getreide und Silage bekommen. Dadurch ist das Fleisch nicht mehr ganz so hell, sondern rosé.