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Land- und Lebensmittelwirtschaft sichern Versorgung

Die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln ist angesichts der Corona-Krise ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt.
Quelle: Sorbis/shutterstock.com

Es ist eine bedrohliche und so noch nie dagewesene Situation, die uns allen den Stellenwert einer funktionierenden Versorgung mit Lebensmitteln auf drastische Weise bewusst macht. Das Coronavirus und die damit einhergehenden Einschränkungen im Waren- und Personenverkehr stellen die heimische Landwirtschaft und Lebensmittelhersteller, samt all den vor- und nachgelagerten Bereichen, derzeit vor große Herausforderungen.

Auch wenn es zu Beginn der landesweiten Ausbreitung des Virus zu Hamsterkäufen und Verunsicherung kam: Im Moment funktioniert die Versorgung mit Lebensmitteln. Das liegt nicht zuletzt am unermüdlichen Einsatz vieler „stiller Helden“ – vom Landwirt über die Arbeitskräfte in der Verarbeitung über die Logistiker bis zum Supermarkt-Mitarbeiter.

„Unsere Bauernfamilien können die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln weitgehend sicherstellen. Wir sehen, dass die Nachfrage in der Direktvermarktung oder Bestellungen über Onlineplattformen, die regionale Lebensmittel anbieten, größer wird. Zudem wird es notwendig sein, auch in der Primärproduktion den Fokus auf die Nachfrage und die damit verbundenen Absatzchancen zu richten“, kommentiert  Bauernbund-Präsident Georg Strasser die Situation.

Online-Handel als Chance für Landwirte

Der überwiegende Großteil der Lebensmitteleinläufe findet in Supermärkten statt. Dennoch sind auch bäuerliche Direktvermarkter derzeit stark gefragt. Neben den klassischen Vertriebswegen wie Ab-Hof-Verkauf oder Bauernmärkte, wollen immer mehr Kunden regionale Lebensmittel online bestellen und zustellen lassen. Gerade in der aktuellen Krisensituation ist diese relativ neue Schiene eine interessante Möglichkeit. Neben vielen lokalen Initiativen, die in den letzten Tagen spontan organisiert wurden, gibt es auch größere Plattformen, die in einzelnen Regionen oder österreichweit liefern.

Einen guten Überblick über online-Shops, die bäuerliche Produkte anbieten und auch laufend neue Partner-Betriebe suchen, finden Sie auf der neu eingerichteten Webseite www.frischzumir.at

Auf www.landwirt.com sind ab sofort alle Hofladen-Kleinanzeigen kostenlos.

Auch die Kleine Zeitung hat einen online-Marktplatz für lokale Unternehmer und Produzenten ins Leben gerufen.

Helfende Hände dringend gesucht

Durch die politischen Maßnahmen gegen das Coronavirus – insbesondere durch Grenzschließungen – droht in der Land- und Lebensmittelwirtschaft ein akuter Personalmangel. Vor allem Saisonarbeitskräfte und Erntehelfer aus osteuropäischen Ländern könnten in naher Zukunft wegbrechen. Besonders der Obst- und Gemüsebau ist von dieser Entwicklung betroffen, aber etwa auch Schlachtbetriebe.

Die Landwirtschaftskammern Niederösterreich, Wien, Steiermark und Oberösterreich haben aus diesem Grund bereits online-Plattformen zur Arbeitskräftevermittlung eingerichtet. Weitere Initiativen sollen folgen.

Hier finden Sie die Plattformen für Arbeitskräftevermittlung:

LK Niederösterreich

LK Wien

LK Steiermark

LK Oberösterreich

Große Nachfrage nach heimischem Gemüse

Dass gerade heimisches Gemüse im Moment besonders gefragt ist, weiß auch Manfred Hohensinner, Geschäftsführer der oststeirischen Frutura Thermal-Gemüsewelt, zu berichten:  „Wir sind dank der Geothermie jetzt schon in Vollproduktion und können die Konsumenten täglich mit vollreifem Fruchtgemüse versorgen. Unsere Mitarbeiter leisten derzeit Außergewöhnliches, um den täglichen Bedarf zu schaffen. Sie sind unsere ‚stillen Helden‘, von denen keiner redet.“ Es werde momentan fast rund um die Uhr gearbeitet, um den erhöhten Bedarf zu decken. „Dazu kommen noch die Schutzmaßnahmen für die MitarbeiterInnen, Krisenplanumsetzungen und vieles mehr, um die Produktion aufrecht zu erhalten“, so Hohensinner.