RindKälberKUHler Start fürs Kalb

KUHler Start fürs Kalb

Ziel aller Tränke- und Fütterungskonzepte in der Kälberaufzucht ist eine frühzeitige Entwicklung vom Saugkalb zum Wiederkäuer.
Quelle: Taferner

Der Grundstein für Gesundheit, Leistungsvermögen und Langlebigkeit einer Milchkuh wird in den ersten Lebenswochen des Kalbes gelegt. Die wesentlichen Säulen – Fütterung, Haltung, Tiergesundheit – tragen maßgeblich zur Aufzucht vitaler und gut entwickelter Kälber bei. Nach wie vor sind die Kälberverluste (inklusive Totgeburten) mit 10–15 % sehr hoch. Hauptursachen sind Fütterungs- und Managementfehler. Besonderes Augenmerk sollte man auf die Gestaltung der Fütterungskonzepte richten. Eine wichtige Rolle nimmt die „metabolische Programmierung“ ein. Darunter versteht man kurzfristige Einflüsse auf die Nährstoffversorgung des Neugeborenen, die die Leistungsfähigkeit der Organe lebenslang beeinflussen können. Die Fütterung in der ersten Lebensphase wirkt sich nachhaltig auf den Aufzuchterfolg und die Leistungsfähigkeit der späteren Milchkuh aus.

Stellen Sie schon den Kleinsten Raufutter zur Verfügung. Das fördert die rasche Pansenentwicklung.
Quelle: Taferner

Vormagen muss wachsen

Bereits während der Biestmilchphase, d.h. in den ersten fünf Lebenstagen, sollten die jungen Kälber freien Zugang zu Heu und Kraftfutter haben. Beide Futtermittel fördern ein zügiges Wachstum des Pansenvolumens und die Vergrößerung der Pansenzotten. Die Vergrößerung der Pansenzotten ist für die Aufnahme der aus der Pansengärung stammenden Gärsäuren dringend erforderlich. Kraftfutter-Komponenten, die Stärke und kleinere Zuckermengen enthalten, eigenen sich hierfür besonders. Bieten Sie dem jungen Kalb darüber hinaus so früh wie möglich zusätzlich Wasser zur freien Aufnahme an.

Ein Energiemangel in den ersten Lebenswochen des Kalbes hat gravierende Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der späteren Milchkuh. Daher wird das sehr frühe Absetzen in der siebten Lebenswoche kaum noch praktiziert. Untersuchungen an Holsteinkälbern zeigen, dass in den ersten drei Lebenswochen die Kälber ad libitum zu tränken sind und somit frühestens mit acht bis zehn Wochen abgetränkt werden sollen. Diese Ergebnisse lassen sich aktuellen Studien zufolge auch auf Fleckviehkälber übertragen. Die intensive Nährstoffzufuhr in den ersten drei Lebenswochen kann sich also nachhaltig positiv auf die Euterentwicklung und die spätere Milchleistung auswirken.

Die notwendige Dauer der Tränkeperiode hängt maßgeblich von der Kraftfutteraufnahme ab. Voraussetzung hierfür ist, dass die Kälber Kraftfutter in Höhe von mindestens 1 % der Lebendmasse bei gleichzeitigem Angebot von Strukturfutter aufnehmen. Dabei gilt der Grundsatz: