ForstKein Anlass zur Hysterie

Kein Anlass zur Hysterie

Zusammengestellt von Reinhild JÄGER, LANDWIRT Redakteurin

Die Tularämie – umgangssprachlich Hasenoder Nagerpest genannt – ist eine bakterielle Infektionskrankheit bei Säugetieren. Infizierte Tiere bekommen in kürzester Zeit hohes Fieber, das mit Abmagerung, Schwäche und Apathie einhergeht. Nicht selten verändern betroffene Tiere ihr Fluchtverhalten. Sie sind so entkräftet, dass sie ihre natürliche Scheu verlieren. Vor allem bei frei lebenden Nagetieren, Hasen und Kaninchen verläuft die Krankheit fast immer tödlich. Verursacht wird die Tularämie von Bakterien der Art Francisella tularensis. Das Besondere daran: Die Tularämie zählt zu den so genannten Zoonosen. Das heißt, der Erreger kann vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Der Ausbruch der Krankheit ist beim Menschen jedoch ein eher seltenes Ereignis. Auch Katzen, Hunde, Schafe, Rinder, Pferde oder Vögel erkranken eher selten an der Tularämie. Beim Robert-Koch-Institut werden deutschlandweit pro Jahr etwa 20 bis 30 TularämieFälle bei Menschen gemeldet. Allerdings gehen die Wissenschaftler von einer höheren Dunkelziffer aus. Auch in Österreich und in der Schweiz sind Tularämie-Fälle bekannt. Ein Kontakt mit kranken Tieren kann – wie offenbar in der Oberpfalz geschehen – zu einer Infektion führen. Sehr wahrscheinlich ist dies Ende Oktober im Landkreis Nabburg beim Versorgen der erlegten Hasen – als die Jäger die Hasen ausweideten – nach einer gemeinsamen Treibjagd passiert.