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HeuRam Pick-up-Heuschieber für den Steilhang

Für maximale Schlagkraft im Steilhang gibt es den HeuRam bis zu 3,24 m Breite.
Quelle: Leitner

Andreas Rahm ist gelernter Maschinenbauer und stammt aus einer Bergbauernfamilie in Zellberg. Auf dem Betrieb seines Bruders Markus Rahm stand die Anschaffung eines Heu- Abräumgerätes an. Beim Testen der am Markt befindlichen Geräte orteten die Brüder Rahm Verbesserungsbedarf. Bergbauer Markus lieferte die Ideen zur Optimierung des „Twister-Abräumverfahrens“ und Maschinenbauer Andreas setzte sie gemeinsam mit seinem ehemaligen Lehrling Johannes Schneider um. Ihr Ziel war, mit wenig Gewicht ein stabiles und schlagkräftiges Abräumgerät für Heu und Belüftungsheu zu konstruieren. Nach einer etwa dreijährigen Testphase mit einigen Prototypen sehen sie sich nun am Ziel ihrer Entwicklung und haben uns im Spätsommer das erste Seriengerät zum Ausprobieren gegeben.

 

Der HeuRam wird ab sofort zum Kauf angeboten. Dazu hat Andreas Rahm noch rasch die Firma Rahm Andreas Maschinenbau gegründet. Auch ein Name für das Gerät war schnell gefunden: HeuRam deutet einerseits auf den Namen des Herstellers hin und ist andererseits von der englischen Bezeichnung „Ram“ für „Widder“ abgeleitet. Weiters gibt der Name auch einen eindeutigen Hinweis auf den Einsatzzweck. Dieses Abräumgerät ist für Heu und Belüftungsheu konzipiert. Für Silage ist der HeuRam nicht vorgesehen.

Im Fokus der Entwicklung standen das Gewicht und die Stabilität.
Quelle: Leitner

Niedriges Gewicht, hohe Stabilität

Im Fokus der Entwicklung standen das Gewicht und die Stabilität. Andreas Rahm ist es gelungen, bei annähernd gleichem Gewicht wie die Mitbewerber deutlich größere Arbeitsbreiten zu verwirklichen. Den HeuRam gibt es in acht verschiedenen Arbeitsbreiten von 1,65 bis 3,24 m. Das von uns gefahrene, rund drei Meter breite Gerät wiegt nur 184 kg. Dank des Mittelantriebes pendelt das Gerät beim Ausheben zum Wenden oder Verladen selbsttätig aus. Derzeit sind die Geräte nur mit hydraulischem Geräteantrieb erhältlich. Zu Saisonstart soll laut Hersteller auch ein mechanischer Geräteantrieb verfügbar sein. Herzstück dieser Konstruktion ist ein geschlossener V-förmiger Rahmen, der die Kräfte zur Mitte des Mähers leitet. Auch die Materialauswahl, wie z.B. hochfeste Aluminium- oder verzinkte Teile, soll laut Hersteller die Haltbarkeit und den Korrosionsschutz gewährleisten.

Ungesteuerte Pick-up

Auch die Pick-up ist nicht von der Stange. Sie wird selbst gebaut und hat einige Besonderheiten. Ziel war es, sie möglichst leicht, aber so stabil zu bauen, dass sie auch beim Schieben größerer Futtermengen keinen Schaden erleidet. Die drei Zinkenreihen sind ungesteuert und haben gekröpfte Zinken, um die Grasnarbe möglichst zu schonen.

Drei ungesteuerte Pick-up-Rechen mit gekröpften Zinken nehmen das Futter sauber auf und schonen die Grasnarbe.
Quelle: Leitner

Die nach innen gekanteten Abstreifbleche sind aus Aluminium. Nur die drei äußeren auf jeder Seite sind aus Gründen der Stabilität aus Stahl. Sie sollen z.B. bei Kollisionen mit Hindernissen die ersten Schläge abfangen. Die Abstreifbleche lassen sich einzeln demontieren. Das erleichtert bei Bedarf das Austauschen einzelner Federzinken. Die Pick-up hat einen Durchmesser von nur rund 190 mm. Diese niedrige Bauweise soll auch bei geringen Futtermengen oder kurzem Futter die Aufnahme sicherstellen. Die Tiefenführung der Pick-up übernehmen beidseitige Tandem-Tasträder aus Kunststoff. Sie sind nahe an der Futteraufnahme positioniert und lassen sich mit einer Schraube stufenlos verstellen. Auch in stark kupiertem Gelände passt sich das Gerät den Bodenkonturen gut an.

Weitere Besonderheiten

Mit der Schwenkvorrichtung des HeuRam lässt sich der Futterfluss verbessern und bei Belüftungsheu Haufenbildungen verhindern. Steckt man den Verriegelungsbolzen bei der Flanschplatte auf die Position „Schwenken“, kann das Gerät frei pendeln. Es lässt sich aber auch in der Mittelstellung und nach links oder rechts geschwenkt arretieren. Durch die Schrägstellung kommt es auch bei wenig Futter schon am Beginn der Arbeit zu einer gleichmäßigen Schwadbildung. Praktisch sind auch die Abstellstützen für den Abbau. Sie sind nicht in der Mitte sondern an der Seite angebracht.

Die nahe an der Futteraufnahme positionierten Doppel-Tasträder sorgen für eine gute Bodenanpassung.
Quelle: Leitner

Dadurch verbrennt man sich nicht am heißen Auspuff. Das durchgehende Plexiglasschild ermöglicht freie Sicht nach vorne, auch wenn sich mit der Zeit viel Staub festsetzt. Die geschwungene Form verhindert auch bei großen Schwaden ein Überschwappen des Futters auf den Mäher. Zwei ausziehbare Zurrpunkte im Rahmen erleichtern die Sicherung beim Transport. Der HeuRam hat bei unserem Testteam einen guten Ersteindruck hinterlassen. Er hat nicht nur eine enorme Schlagkraft, sondern auch einige praktische Details, die die Arbeitsqualität verbessern. Unser 3,02 m breites Vorführgerät kostet 10.242 Euro inkl. 20 % MwSt.