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Große Milchmengen gehen ins Ausland

Bei flüssigen Milchprodukten machten 2020 die Ausfuhren 236 Mio. Euro und die Einfuhren 61 Mio. Euro aus.
Quelle: Vetta

„Für die heimische Milchwirtschaft ist diese erfreuliche Entwicklung ein wichtiger Erfolg, denn sie bestätigt ihre Qualitätsstrategie auch auf internationalen Märkten und selbst in Krisenzeiten”, erklärte der Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM), Helmut Petschar, zu den nunmehr vorliegenden Außenhandelszahlen der Statistik Austria für die ersten neun Monate des Jahres 2020.

Die milchwirtschaftlichen Exporte erlösten in den ersten drei Quartalen 2020 rund 985 Mio. Euro, die Importe betrugen wertmäßig 613 Mio. Euro, was wiederum zu einem verbesserten Außenhandelssaldo von 372 Mio. Euro führte (+14 %).

Wichtigstes Außenhandelsprodukt ist Käse, hier wurden 118.000 t um 498 Mio. Euro exportiert, während 96.000 t um 373 Mio. Euro importiert wurden. Bei Butter wurden 2.800 t ausgeführt und 12.800 t eingeführt. Fermentierte Produkte, Joghurt und Co. erbrachten 116 Mio. Euro im Export und 39 Mio. Euro an Importen. Bei flüssigen Milchprodukten machten die Ausfuhren 236 Mio. Euro und die Einfuhren 61 Mio. Euro aus. Getrocknete Produkte erlösten 44 Mio. Euro im Export und 51 Mio. Euro im Import. Weiters wurden Molkenprodukte im Wert von 76 Mio. Euro ausgeführt, dem standen Importe von 37 Mio. Euro gegenüber. Bedeutendste Exportländer waren Deutschland und Italien, gefolgt von China und den Niederlanden. Beim Import lag ebenfalls die BRD vorne, dahinter rangierten Italien und die Niederlande, an vierter Stelle folgte Frankreich.

45 % raus, 30 % rein

„Aufgrund der natürlichen Voraussetzungen in Österreich ist Milch ein Schlüsselprodukt der heimischen Land- und Lebensmittelwirtschaft. Sie ist eine wesentliche Säule der Versorgungssicherheit mit hochwertigen Lebensmitteln und bietet die wirtschaftliche Basis für viele Landwirte und in der Verarbeitung, besonders in Berg- und benachteiligten Regionen. Rund 45 % der heimischen Milchprodukte werden exportiert, aber gleichzeitig werden 30 % importiert. Diese Zahlen zeigen die hohe internationale Verflochtenheit der heimischen Milchwirtschaft, gleichfalls, dass die offenen Märkte in der EU und internationale Handelsabkommen trotz vieler Schwierigkeiten auch Chancen bieten, die von der heimischen Milchbranche genutzt werden konnten. Besonders erfreulich ist, dass die hohen Qualitätsanstrengungen der heimischen Milchwirtschaft auch im Ausland Anklang finden”, so Petschar.

Herkunftskennzeichnung einführen

Handlungsbedarf sieht der VÖM-Präsident in der raschen Einführung einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung, „denn nur so kann der Verbraucher eine fundierte Entscheidung treffen und die Produkte leichter erkennen, die den immer geforderten strengeren Standards und Herstellungskriterien entsprechen”. Es müssten daher die rechtlichen Möglichkeiten der Herkunftskennzeichnung aufgrund der vielfach höheren Qualität heimischer Milchprodukte genutzt und verbessert werden. „Ich erwarte mir hier im heurigen Jahr seitens der zuständigen Stellen Unterstützung und dass rasch engagierte Schritte gesetzt werden”, so Petschar.