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Gibt es Anzeichen für Abflauen der ASP in Polen?

Die Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen ist in Polen derzeit ein ungelöstes Problem, sagt Polens Agrarminister.
Quelle: Randy van Domselaar/shutterstock.com

Obwohl die Fallzahl bei der Afrikanischen Schweinepest (ASP) seit Januar kaum kleiner ausgefallen ist als im Vorjahr sieht Polens Landwirtschaftsminister Jan Krzysztof Ardanowski erste Anzeichen für ein Abflauen der seit 2014 in dem Land grassierenden Seuche. Ardanowski wies Mitte Mai darauf hin, dass 77 zuvor auffällige Gemeinden inzwischen wieder als seuchenfrei gelten würden. Für ihn ist das ein Beleg dafür, dass die Biosicherheit von den Schweinehaltern unabhängig von der Betriebsgröße ernst genommen und umgesetzt wird. Der Minister räumte jedoch ein, dass die ASP unter Wildschweinen nach wie vor ein ungelöstes Problem darstelle. Dies liege jedoch maßgeblich im Verantwortungsbereich der Jäger, die den Tierbestand in den betroffenen Landesteilen mit „Sanitärjagden“ regulieren und so das Übertragungspotential reduzieren müssten. Ardanowski rief die Jäger deshalb auf, die Zeit zur Bejagung zu nutzen, bevor die wachsenden Feldbestände den Tieren wieder Deckung geben würden. Nach Erhebungen der Obersten Veterinärbehörde wurden in Polen seit Jahresbeginn insgesamt gut 2 400 ASP-Fälle bei Wildschweinen bestätigt.

Weiterhin ASP-Fälle nahe Deutschland bei Wildschweinen

Für Aufsehen hatten zu Jahresbeginn vor allem einige Funde von ASP-positiven Wildschweinen in der Nähe zur deutsch-polnischen Grenze gesorgt, mit denen die Seuche bis auf wenige Kilometer an Deutschland herangerückt war. In weiterer Folge waren tausende Hausschweine in diesem Gebiet ebenso von der ASP betroffen. Auch in den letzten Wochen ist wieder von einzelnen toten Wildschweinen in der Wojewodschaft Lebus unweit der Grenze berichtet worden. Der Landesbauernverband (LBV) Brandenburg beurteilt die Lage deshalb kritischer als der polnische Landwirtschaftsminister; er hatte Anfang Mai die Errichtung einer festen Zaunanlage an der Grenze gefordert, die nach französischem und belgischem Vorbild durch einen weiteren Zaun im Landesinneren und eine wildschweinfreie „Weiße Zone“ dazwischen ergänzt werden sollte.