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Getriebe-Update für kleine Finnen

Von Roman ENGELER

Derzeit umfasst die A-Serie von Valtra sieben Modelle in einem Leistungsbereich von 75 bis 130 PS. In einem PS-Segment also, das noch immer weit über 50 % der neu zugelassenen Traktoren ausmacht. Diese Baureihe wurde in den letzten Jahren insofern weiterentwickelt, als dass einige Elemente baugleich zur Global Series von Massey Ferguson sind. Das Mutterhaus Agco kann so mit größeren Stückzahlen arbeiten und kostensparende Effekte erzielen.

Nun steht also dieser Baureihe neben dem serienmäßigen, mechanischen Wendegetriebe (12×12) auch ein vierstufiges Lastschaltgetriebe zur Verfügung – zwar nicht bei allen Modellen, sondern nur für die beiden mittleren Typen A104 (100 PS) und A114 (110 PS). Mit diesem Getriebe will man in erster Linie Kundenwünsche im europäischen Markt abdecken, der bekanntlich etwas höhere Ansprüche an Technik und Komfort stellt.

Automatik-Funktionen

Das Getriebe umfasst vier Gruppen zu je vier unter Last schaltbaren Gängen. Das Getriebe kann über ergonomisch platzierte Wippschalter bedient werden, also auch ohne Kupplungspedal. Mit der Funktion Autotraction kann zudem mit dem Bremspedal ausgekuppelt werden. Das ist praktisch bei Arbeiten mit dem Frontlader oder sonstigen Stop-and-Go-Aktionen. Dank SpeedMatching wird beim Gruppenwechsel gleich die passende Lastschaltstufe gewählt. Durch eine Reihe von automatischen und programmierbaren Funktionen kann das Getriebe selbst die passende Übersetzung wählen, sodass sich der Fahrer auf das Arbeitsgerät und die Arbeitsumgebung konzentrieren kann. Als weitere Option gibt es auch eine Kriechgang-Gruppe, sodass sich die Anzahl Gänge von 16×16 auf 32 Vor- und 32 Rückwärtsgänge erweitern lässt.

Lastschaltstufen und Gänge können mit den Wippschaltern am grauen Hebel geschaltet werden.

Neue Frontsteuerung

Frontlader-Aufgaben können bei der A-Serie von Valtra jetzt noch präziser erledigt werden. Eine neue elektronische Frontladersteuerung bietet über den Joystick eine optionale dritte und vierte Funktion. Die Schwingungstilgung SoftDrive und eine hydraulische Geräteverriegelung sorgen dafür, dass die Arbeit mit dem Frontlader komfortabler erledigt werden kann.

Verbesserungen gibt es auch beim Fahrkomfort. Optional ist nämlich eine mechanische Kabinenfederung mit zwei Panhard-Stangen für erhöhte Stabilität zu haben. Die Härte der Federung ist dann wie bei den Traktoren der Serien N und T vorab einstellbar. Zudem gibt es optional ein Fronthubwerk und eine Frontzapfwelle.

Ein Update hat auch das Armaturenbrett erfahren. Es ist nun so konzipiert, dass die Anzeigen auch bei hellem Sonnenlicht noch gut lesbar sind. Weiters sind die Anzeigen anpassbar und zeigen jene Informationen an, die für bestimmte Arbeitsaufgaben relevant sind. Außerdem steht nun auch den A-Traktoren von Valtra das Service-Angebot Connect, Care and Go zur Verfügung.

Die Anzeigen am Armaturenbrett können angepasst werden, sodass vorwiegend die jeweils relevanten Informationen im Blickfeld sind.

Servicepakete Connect, Care and Go

Mit dem Servicepaket Connect können Valtra-Fahrer über Smartphone oder PC auf Informationen ihres Traktors zugreifen und so Kraftstoffstand, GPS-Standort oder Canbus-Signale abrufen. Diese Daten kann der Traktorfahrer auf Wunsch auch gleich mit dem Servicepartner teilen, um so die Maschinenwartung zu planen oder Fehler festzustellen. Nach einer längeren Testphase gibt es diesen Service nun für alle Baureihen von Valtra, jene Modelle mit der SmartTouch-Armlehne sind dafür bereits vorgerüstet, andere lassen sich nachrüsten. Die verlängerte Gewährleistung namens Care bietet Sicherheit vor unerwarteten Reparaturkosten. Diese Verlängerung ist für bis zu fünf Jahre oder 6.000 Stunden erhältlich. Für maximale Einsatzsicherheit, bestmögliche Effizienz und maximalen Restwert der Maschine gibt es das Go-Servicepaket, das alle vorgeschriebenen Wartungsarbeiten bis zu 10.000 Betriebsstunden umfasst.

Luftgefederte Vorderachse

Valtra bietet die luftgefederte Vorderachse als Option nun auch für die N-Serie an. Diese Vorderachse soll ein feinfühligeres Ansprechverhalten und ein besseres Dämpfungsniveau ermöglichen. Das System wird bereits bei der T-Serie verbaut. Es arbeitet mit einem Luftbalg sowie zwei robusten Stoßdämpfern. Diese Vorderachsfederung wird ab Frühjahr dem N174 und ab Herbst bei den Modellen N134 und N154 zur Verfügung stehen.

Roman Engeler ist Chefredakteur und Verlagsleiter der Fachzeitschrift „Schweizer Landtechnik“.

Fotos: Hersteller