LandtechnikAckerbautechnikGesucht: Die besten Agrar-Roboter

Gesucht: Die besten Agrar-Roboter

AIL-Beiratsvorsitzender Christoph Metzker (2.v.l.) und AIL-Geschäftsführer David Saad (3.v.r.) mit Teilnehmern der AIL „Robotics Challenge 2019“. (Foto: RWA/Georges Schneider)

Zur AIL „Robotics Challenge 2019“ eingeladen waren Robotikunternehmen aus aller Welt, die innovative Lösungen für den Einsatz in der Landwirtschaft bieten und bereits funktionsfähige Prototypen entwickelt haben. Der Fokus lag dabei insbesondere auf Roboter zur autonomen Unkrautregulierung sowie für die Obst- und Gemüseernte.

Aus 34 eingelangten Bewerbern wurden im Rahmen eines mehrstufigen Auswahlverfahrens sechs Unternehmen ausgewählt. Diese unterstützt das AIL derzeit bei der Weiterentwicklung der Konzepte in Richtung Marktreife. Im Rahmen der weiteren Zusammenarbeit besteht für die Technologieunternehmen die Möglichkeit einer Vertriebskooperation mit bzw. ein Investment durch BayWa und/oder RWA.

Die sechs auserwählten Roboter

Im Rahmen des Kick-Offs der AIL „Robotics Challenge 2019“ wurden die sechs Finalisten und deren Roboter erstmals in Österreich präsentiert:

  • Agrointelli, Dänemark / „Robotti“: Entwicklung eines autonomen und vielseitig einsetzbaren Geräteträgers, an dem Maschinen zur Aussaat, Düngung, Unkrautregulierung und Ernte angebracht werden können. Damit bietet dieser Roboter Einsatzmöglichkeiten sowohl im Acker- als auch Gemüsebau.
  • Cerescon, Niederlande / „Sparter“: Entwicklung eines Roboters für die Ernte von weißem Spargel. Der an einem Traktor angehängte Roboter erkennt mittels Sensoren den reifen Spargel an der Oberfläche. Der Spargel wird nach Erreichen einer entsprechenden Mindestgröße vom Roboter eigenständig geerntet, wobei jeweils zwei bis drei Reihen parallel bearbeitet werden können.
  • Deepfield Robotics, Deutschland: Entwicklung von Robotern, die Unkraut in Reihenkulturen autonom regulieren. Mittels Zugriff auf 4,3 Millionen aufgenommene Bilder können die Roboter zwischen 35 verschiedenen Pflanzengattungen unterscheiden.
  • Mascor / FH Aachen, Deutschland / „Etarob“: Entwicklung eines Roboters zur selektiven Unkrautregulierung auf Grundlage von elektro-physikalischen Prinzipien, der bei jeglichen Wetterbedingungen und bei Nacht eingesetzt werden kann. Dieser kann bei Reihenkulturen bzw. im Gemüseanbau zwischen den Reihen eingesetzt werden. Weiterentwicklungen fokussieren auf eine selektive Düngung sowie speziell die Ernte von Eisbergsalat und Kartoffeln.
  • Saga Robotics, Norwegen: Entwicklung von modularen Robotern zur UV-Behandlung gegen Mehltau sowie zur autonomen Ernte von Erdbeeren. Diese eignen sich zum Einsatz in Glas- und Folienhäusern sowie in Obstgärten und Ackerflächen.
  • Tensorfield, USA / Hongkong: Entwicklung von autonomen Robotern zur thermalen Unkrautregulierung in Reihenkulturen mittels Einsatz von erhitztem Raps-Öl in Lebensmittelqualität. Entwicklung der visuellen Erkennung an Gemüsepflanzen sowie Spezialisierung auf Spinat und Römersalat.

Gewinner stehen im September fest

„Infolge der immer raueren Bedingungen für die Landwirtschaft – nicht zuletzt infolge des Klimawandels – sehen wir es als wichtige Dienstleistung des Lagerhaus-Verbunds, nach immer innovativeren Agrar-Lösungen zu suchen. Es geht darum, das bäuerliche Arbeiten moderner, effizienter und attraktiver zu gestalten. Gerade die Robotik bietet sehr interessante Einsatzgebiete gerade auch für die heimische Landwirtschaft und hat das Potential, diese zukünftig zu revolutionieren“, so Christoph Metzker, RWA-Bereichsleiter und Beiratsvorsitzender des Agro Innovation Labs.

Im Laufe des Sommers nehmen die Unternehmen an sogenannten Challenge Weeks sowie an Feldversuchen teil, die in Österreich, Deutschland sowie zum Teil an den Standorten der Teilnehmer stattfinden. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem AIL werden die Roboter intensiv geprüft, technisch angepasst und deren Marktpräsenz unterstützt bzw. in einem nächsten Schritt deren Markteinführung vorbereitet. Mitte September werden im Rahmen der Robotics Challenge Finals die Wettbewerbs-Gewinner verkündet.

„Die Teilnehmer der AIL Robotics Challenge zeigen deutlich, dass die Robotik in bestimmten Teilbereichen der Landwirtschaft bereits sehr weit ist. Es ist Zeit, sich auch hierzulande mit dieser Entwicklung und deren Einsatzgebieten auseinanderzusetzen, um frühzeitig zu partizipieren. Aus diesem Grund haben wir uns 2019 bewusst für die Förderung dieses Innovationsfeldes entschieden und freuen uns bereits auf die Ergebnisse der Challenge“, so David Saad, AIL-Geschäftsführer.