RindMilchviehMilchvieh: Wenn Futter fehlt

Milchvieh: Wenn Futter fehlt

Die teuerste Variante ist die Unterversorgung, also der Verzicht auf Ausschöpfung des vorhandenen Leistungspotenzials. Foto: Archiv

Um bei Futtermittelknappheit die richtigen Maßnahmen einleiten zu können, muss vorab die IST-Situation exakt erfasst werden. Hierzu gehört neben der Anzahl von Kühen und Jungvieh sowie dem Leistungsniveau der Herde der Energiebedarf, der aus Grundfutter gedeckt werden muss. Für die Bewertung der finanziellen Auswirkungen ist eine exakte Darstellung der Direktkostenfreien Leistung unerlässlich. Da sich in einigen Szenarien auch die Lohn- und Mechanisierungskosten verändern, ist es sinnvoll, bis zur Direkt- und Arbeitserledigungskosten-freien Leistung zu rechnen. Diese beträgt im Beispielsbetrieb bei einem Nettomilchpreis von 35,90 Cent nur 6,65 Cent/Kilo ECM*. Es wurden sieben Strategien für einen Beispielsbetrieb mit 40 Milchkühen und Nachzucht kalkuliert, der eine Ertragsdepression von 20 % bei Silomais und Grünland kompensieren muss.

  1. Überbelegung abbauen
    In einigen Betrieben werden mehr Tiere gehalten, als Liege- und Fressplätze vorhanden sind. Hier gilt es, eine Überbelegung abzubauen. In der Praxis hat sich gezeigt, dass die verbleibenden Tiere aufgrund der besseren Haltungsbedingungen die entgangene Milchmenge der abgestockten Tiere nahezu kompensieren. Im Beispiel wurde sicherheitshalber nur mit einem hälftigen Ausgleich bei ansonsten linear sinkenden Leistungen und Direktkosten kalkuliert. Bewertet man noch die eingesparte Arbeitszeit, verbessert sich das Ergebnis im Beispielbetrieb sogar um 2.046 Euro gegenüber der IST-Situation.
  2. Unterversorgung
    Die Strategie der Unterversorgung wurde nur theoretisch kalkuliert. Allein der Begriff lässt auf einen Missstand in der Fütterung schließen. Dieses Szenario macht weder aus Sicht der Tiergesundheit noch betriebswirtschaftlich Sinn. Schon ein zehnprozentiger Leistungsrückgang würde das Ergebnis um 14.000 Euro belasten. Dabei sind die höheren Direktkosten noch gar nicht berücksichtigt. Kurz um: Hungern lassen hilft nicht!
  3. Grundfutter zukaufen