ForstForstwirtschaft am Verhungern

Forstwirtschaft am Verhungern

Die Forstwirtschaft spürt den Klimawandel massiv.
Quelle: Jäger

Klimawandel, COVID19 und prekäre Marktentwicklungen machen der Branche zu schaffen. “Die österreichische Forstwirtschaft ist am Verhungern”, ist Montecuccoli alarmiert, der auch für heuer mit massiven Borkenkäferkalamitäten rechnet, nachdem 2019 als drittwärmstes Jahr in den 252-jährigen Aufzeichnungen ausgewiesen wurde und auch das Frühjahr 2020 bis dato in vielen Regionen Österreichs sehr warm und niederschlagsarm gestartet ist. “Die Land- und Forstwirtschaft ist direkt von den massiven Auswirkungen des Klimawandels betroffen, welche auch die Ursache für die massiven Schäden durch den Borkenkäfer sind. Insekten sind eine Art Bioreaktor, je mehr Wärme von außen eingebracht wird, desto aktiver vermehren sie sich”, warnte der Präsident der Land &Forst Betriebe.

Außenhandelsbilanz 2019

Sinkende Deckungsbeiträge reichten nicht mehr aus, um erhöhte Kosten für Aufforstung und Waldpflege zu finanzieren. Deutlich niedrigere Holzpreise, Sortimentsverschiebungen, eine noch nie dagewesene Marktsättigung sowie erschwerte Arbeitsbedingungen hätten zu erheblichen Verlusten bei einem Großteil der forstwirtschaftlichen Betriebe geführt. Die Corona-Pandemie habe zusätzlich zu einem Nachfragerückgang geführt. Auch wenn bei den aktuellen Holzpreisen die Forstwirtschaft unrentabel sei, gelte Waldhygiene als das Gebot der Stunde, vor allem im Kampf gegen den Borkenkäfer. “Waldhygiene ist das Einzige, was uns derzeit im Wald noch helfen kann. Dabei gilt es, geschädigte Bäume zu suchen, zu finden und rasch aufzuarbeiten”, so der Präsident der Land &Forst Betriebe.

Pakt zur Rettung des Waldes gefordert

Vor dem Hintergrund eines Bündels von Herausforderungen drängt Montecuccoli zu einem nationalen Schulterschluss der gesamten Wertschöpfungskette Holz und einem Bekenntnis für heimische Rohstoffe. Außerdem soll es einen Pakt zwischen Bund, Ländern und Forstwirten zur Rettung des Waldes mit einem Fonds im Ausmaß von 1 Mrd. Euro für drei Jahre, Unterstützung für Logistikmaßnahmen, eine rasche Bewilligung und Finanzierung von Nasslagern, eine sofortige Verlängerung des Biomasseförderung-Grundsatzgesetzes und rasche Umsetzung des Erneuerbaren-Ausbaugesetzes, die Möglichkeit alternativer Nutzung von Kalamitätsholz zur Gewinnung von erneuerbarer Energie sowie eine Steuerentlastung für die Land- und Forstwirtschaft geben. Darüber hinaus brauche es eine Koordination der Maßnahmen und Beihilfen gegen bestehende und neue Waldschädlinge auf europäischer Ebene, betonte Montecuccoli.