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Fella Scheibenmähwerk Ramos 3160 TLX-KC im Test

Fella Ramos 3160 TLX-KC Aufbereiter-Scheibenmähwerk im LANDWIRT Praxistest.

Fella hat Heckmähwerke mit Seiten- und Mittenaufhängung im Programm. Für unseren Praxistest stellte uns der Hersteller das Ramos 3160 TLX-KC der neuesten Generation zur Verfügung. Diese TLX-Serie ist rundherum neu und 2018 auf den Markt gekommen: Neu sind der Mähbalken, die Mittenaufhängung mit vertikaler Klappung, platzsparendes Abstellen in Transportposition und die Schutzverkleidungen aus Kunststoff. Diese Serie umfasst drei Modelle von 2,6 bis 3,6 m Arbeitsbreite, wahlweise ohne Aufbereiter oder mit Zinken- oder Walzenaufbereiter.

Die 120°-Klappung zur Traktormitte führt zu einer günstigen Gewichtsverteilung.

Sicher transportieren und platzsparend abstellen
Begeistert war das Testteam vom Fahrverhalten auf der Straße. Der Mähbalken wird hydraulisch vertikal um 120° nach oben geschwenkt. Dadurch verlagert sich der Schwerpunkt in die Traktormitte und verbessert die Gewichtsverteilung. Zudem wird die Transporthöhe verringert und die Sicht nach hinten über die Seitenspiegel verbessert. „Dieses Mähwerk kann man auch mit kleineren Traktoren risikolos transportieren, da man es fast nicht spürt“, sagt ein Testfahrer. Das Mähwerk lässt sich auch angenehm klappen. Eine hydraulische Dämpfung bringt den Balken schonend in Endlage. Gesichert wird es mit einem mechanischen Haken. Dieser muss beim Auseinanderklappen mit einem Seilzug gelöst werden. Komfortabler geht es mit der optionalen, hydraulischen Transportverriegelung.
Viel Lob gab es auch für die Möglichkeit des platzsparenden Abstellens in Transportstellung. Dazu gibt es optional zusätzliche Stützfüße.

Der Rundum-Kunststoffschutz „schluckt“ leichte Anfahrschäden.

Einfacher An- und Abbau
Das Ramos TLX mit Aufbereiter lässt sich an Hubwerke der Kategorie II oder III anbauen. Die Unter- und Oberlenkerhalterungen lassen auch eine Anpassung an verschiedene Reifengrößen und Breiten des Frontmähwerkes zu. So lässt sich einerseits die volle Arbeitsbreite ausnutzen, andererseits für Kurvenfahrten ein ausreichender Überschnitt einstellen.
Für die Gelenkwelle, die Hydraulikschläuche und das Beleuchtungskabel gibt es Parkpositionen. Wer mit dem Gerät auf die Straße fährt, braucht bei verdeckter Traktorbeleuchtung eine Ersatzbeleuchtung. Einseitig angebrachte Schraffuren (siehe Bild unten) sind in Österreich nicht erlaubt.
Angetrieben wird das Mähwerk mit der 1.000er-Zapfwelle. Optional gibt es auch ein Getriebe für 540 U/min. Über ein Winkelgetriebe wird die Kraft geradlinig mit einer weiteren Gelenkwelle und einem weiteren Winkelgetriebe von oben in die erste Mähscheibe eingeleitet. Die einzelnen Mähscheiben werden über Stirnräder angetrieben. Damit hat Fella bei dieser neuen Mähwerksserie den bisherigen Weg des Kompaktwinkelantriebes verlassen. Laut Hersteller ist der neue Stirnradantrieb nach den Anforderungen von Lohnunternehmern für höchste Mähleistungen ausgelegt.

Zur einfacheren Wartung und Reinigung lassen sich die Schutzverkleidung hochschwenken.

Mittenaufhängung mit Anfahrsicherung
Der Balken ist mittig aufgehängt und zeichnet sich durch einen großen Pendelweg aus: 28° nach oben und 20° nach unten. Dadurch kann man auch Böschungen mähen und der Balken passt sich Bodenunebenheiten gut an. Die Höhe der Unterlenker muss nur einmal eingestellt werden. Die richtige Höhe ist erreicht, wenn sich die beiden Pfeile an der Mittenaufhängung gegenüberstehen. Am Vorgewende hebt man den Balken mit einem einfachwirkenden Hydraulikzylinder aus. Ein kleiner Kompensationszylinder an der Aufhängung sorgt für eine große Bodenfreiheit beim Wenden und verhindert, dass der Balken im angehobenen Zustand pendelt.
Stößt man mit dem Balken gegen ein Hindernis, weicht er nach hinten und oben aus – SafetySwing. Da sich der Drehpunkt direkt am Anbaubock befindet, ergibt sich ein ausreichend großer Hebelarm, auch wenn das Hindernis an der innersten Mähscheibe auftrifft. Zum Wiedereinklinken muss man nicht rückwärtsfahren. Der Balken schwenkt ohne Anhalten automatisch in die Arbeitsposition zurück. Die Auslösekraft lässt sich an zwei Elastomer- Federn am Dreipunktbock einstellen.

Die hydropneumatische Entlastung funktionierte gut und ist zudem einfach einzustellen.

Hydropneumatische Entlastung
Das Auflagegewicht lässt sich gut und komfortabel an die Geschwindigkeit und Geländeverhältnisse anpassen. Die Steuereinheit am Anbaubock besteht aus einem Hydraulikblock, einem Druckspeicher, einem Einstellrad mit Druckbegrenzungsventil und einer Drucktaste. Mit dem Stellrad kann man den Auflagedruck stufenlos an die Einsatzbedingungen anpassen. Der eingestellte Druck stellt sich beim nächsten Ausheben und Absenken automatisch ein und wird an einem für den Fahrer gut sichtbaren Manometer angezeigt. Beim Abbauen des Mähwerkes darf kein Druck im System sein. Dazu muss man nur einen Taster am Ventilblock drücken.
Dieses Entlastungssystem funktioniert gut und ist zudem einfach in der Bedienung. Unsere Testfahrer waren begeistert! Bei geringem Auflagegewicht ist das Mähwerk leichtzügig und reduziert Grasnarbenschäden sowie Futterverschmutzungen. Die Seitenzugkräfte bei Schichtlinienfahrt am Hang sind gering. Das spart Kraftstoff!
Leider tut sich da aber ein Dilemma auf: Der Diesel, der durch die gute Entlastung eingespart wird, wird durch die hohe Antriebsdrehzahl wieder vergeudet. Für einen sauberen Schnitt braucht man beim Ramos TLX die volle Zapfwellendrehzahl von 1.000 bzw. 540 U/min. Schon bei einem geringen Drehzahlabfall lässt die Mähqualität nach.

Die Klingen lassen sich mit diesem Spezialschlüssel einfach wechseln.

Aufbereiten mit Zinken
Der Aufbereiter erntete wiederum viel Lob. Die Aufbereitung war intensiv, aber schonend, und der Futterfluss war immer gegeben. Er wird direkt über den Gelenkwellenstrang des Mähantriebs angetrieben und ist gegen Überlast gesichert. Die Intensität lässt sich durch den Abstand des Gegenkamms werkzeuglos mit einem Hebel in fünf Stufen verstellen. Die Federzinken sind unempfindlicher gegen Fremdkörper als starre Zinken mit Gummipuffer. Die Zinkenverlustsicherung gehört zur Serienausstattung. Unser Testkandidat war mit der optionalen Breitverteileinrichtung ausgestattet. Mit insgesamt acht werkzeuglos verstellbaren Leitblechen lässt sich die Futterablage den jeweiligen Erfordernissen anpassen.
Gelobt wurden auch die Schutzverkleidungen aus Kunststoff und die gute Zugänglichkeit für Wartungs- und Reinigungsarbeiten. Die vordere und die seitliche Schutzvorrichtung lassen sich hochklappen. Der Seitenschutz lässt sich optional auch hydraulisch klappen. Ersatzklingen und Werkzeug können in der praktischen, hinter dem Anbauturm angebrachten Werkzeugkiste verstaut werden. Dort befindet sich auch der Halter für den Klingenschlüssel. Das Schnellwechsel-System ist einfach.
Das Ramos 3160 TLX-KC ist ein leistungsfähiges Anbaumähwerk mit einer guten Bodenanpassung, einer exakt einstellbaren Balkenentlastung, einem gut funktionierenden Aufbereiter und einer sicheren Transportstellung. Wermutstropfen dieser guten Gesamtperformance ist die hohe Drehzahl, die für einen sauberen Schnitt benötigt wird. Unser Testmähwerk steht mit 25.390 Euro inkl. MwSt. in der Preisliste von Fella.