BioAcker und GrünlandFeldroboter: Die Droiden, die ihr sucht

Feldroboter: Die Droiden, die ihr sucht

Mithilfe der Solarmodule ist der Farmdroid völlig energieautark.
Quelle: Lenk

Drei Reifen, ein großes Solarmodul und ein paar Werkzeuge darunter. Der Farmdroid ähnelt eher dem Mars-Rover als einer landwirtschaftlichen Maschine. Er ist einer der ersten Feldroboter, die auf heimischen Äckern fahren. Die erste Saison hat er bereits hinter sich. Wir haben uns den Droiden angesehen.

Der Farmdroid ist zum größten Teil aus Edelstahl gefertigt und wasserdicht gebaut, wodurch er ganzjährig im Freien stehen kann. Derzeit ist der Roboter nur mit 3 m Arbeitsbreite verfügbar. Mit seiner Breite von etwa 3,5 m (ohne Klappung) ist er für den Straßentransport am Dreipunkt des Traktors aber zu breit. Der Hersteller bietet daher einen Plattformanhänger an, mit dem das Gerät transportiert werden kann. Durch die Solarpaneele ist der Droide 100 % energieautark. Zusätzlich sind Blei-Akkus verbaut – damit kann die Maschine auch in der Nacht weiterfahren. „In der Saison ist meinem Roboter in der Nacht zwei Mal der Akku ausgegangen“, erklärt Robert Kurka, Bio-Landwirt aus Lassee in Niederösterreich. „Das macht aber nichts. Wenn die Sonne am Morgen wieder rauskommt, fährt er einfach weiter.“ Optional kann der Droide auch mit Lithium-Ionen-Akkus ausgestattet werden. Die haben etwa 20 % mehr Leistung.

Nur kleine Sämereien

Grundsätzlich ist der Roboter für Zuckerrüben konzipiert worden, doch auch andere Kulturen sind möglich. Erste Erfahrungen mit Zwiebel, Rote Bete, Mohn, Kräuter und Raps gibt es bereits. Der beschränkende Faktor hierbei ist die Größe und die Form des Saatgutes: Das Saatgut sollte den Durchmesser von 5 mm nicht überschreiten. Die Sä-Elemente wurden recht klein gehalten und vereinzeln mechanisch, denn eine pneumatische Luftunterstützung würde zu viel Leistung benötigen. Trotzdem war man mit der Präzision der Ablage allgemein sehr zufrieden. Bei der Zuckerrübe reichen die Saattanks für gut 4 ha (20 Stunden).

Neben Rüben, gibt es auch schon gute Erfahrungen bei Bio-Zwiebeln.
Quelle: Lenk

Die Reihenabstände sind variabel: 25, 45 und 50 cm wurden bereits erfolgreich getestet, theoretisch sind auch größere Reihenabstände möglich. Allerdings wird davon abgeraten, mehrmals in der Saison die Reihenabstände zu verändern. Das Umbauen beansprucht einiges an Zeit. Mulchsaat ist für den Droiden theoretisch kein Problem, dazu muss der Mulch aber gut zerkleinert sein. Sowohl Robert Kurka als auch Mathias Lenk, Bio-Landwirt aus dem bayerischen Pöttmes, tun sich das aber nicht an – sie lassen die Äcker schwarz über den Winter gehen. Außerdem muss das Saatbett möglichst fein sein, größere Kluten sind laut Beat Vinzent von der LfL Bayern ein Problem. Neue Schare, die auch mit einem gröberen Saatbett zurechtkommen, sind bereits am neuen Model aufgebaut.

Der Umbau von Säen auf Hacken ist recht einfach, da immer beide Elemente montiert sind und nicht auf- und abmontiert werden müssen. Dazu werden nur ein paar Schrauben gedreht. Mit 30 Minuten Arbeitszeit muss man laut Kurka dafür rechnen.

Das Sä-Element mit Doppelscheibenscharen und Saatguttank ähnelt einer herkömmlichen Einzelkornsämaschine.
Quelle: Kurka
Sä- und Hackelemente bleiben immer gleichzeitig montiert. Das erleichtert den Umbau von Saat zur Hacke ungemein.
Quelle: Kurka

Maximal 20 ha

„Der Farmdroid hält saubere Äcker sauber“, erklärt Mathias Lenk, „daher müssen auch alle Unkräuter vor der Saat bekämpft werden.“ Der Droide bekämpft nicht die grüne Pflanze, sondern den Keimling in 1 cm Bodentiefe. Das erreicht er mit einer wöchentlichen Überfahrt – sofern das Wetter passt.