ForstFair Play im Wald

Fair Play im Wald

Neben einem wunderbaren Erholungs- und Freizeitort ist der Wald vor allem auch Lebensraum für Pflanzen und Tiere, Schutzwald, Wirtschaftswald und vieles mehr.
Quelle: Sanchik/shutterstock.com

Beim Österreichischen Walddialog, der im Dezember vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus in Kooperation mit den Land&Forst Betrieben Österreich und dem Verband alpiner Vereine Österreichs als Webinar stattfand, wurde das Thema „Freizeitnutzung in Wald und Natur – mit der Kraft der Multiplikatoren“ behandelt. Ziel der Veranstaltung war es, Erfahrungen auszutauschen und über Lösungen und die richtige Kommunikation für die Wintersaison zu sprechen, in der Corona-bedingt heuer deutlich mehr Freizeitnutzer – wie etwa Skitourengeher oder Schneeschuhwanderer – im Wald unterwegs sind. Einig waren sich Referenten und Teilnehmer, dass in diesem besonderen Winter ein großes Augenmerk auf die Besucherlenkung im Wald gelegt werden muss. Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, warnte: „Die verringerte Möglichkeit einen Skiurlaub zu machen sowie die Ausgangsbeschränkungen führen dazu, dass Menschen vermehrt ihre Freizeit in der näheren Umgebung in der Natur verbringen. In manchen Gebieten kann es aus den Erfahrungen des Sommers heraus zu einem „Overtourism“ im Wald kommen.“ Das führe zu ungewollten Konflikten, zu Stress für Wildtiere und auch zu Schäden am Lebensraum und Ökosystem Wald. Denn neben einem wunderbaren Erholungs- und Freizeitort sei der Wald vor allem auch Lebensraum für Pflanzen und Tiere, Schutzwald, Wirtschaftswald und vieles mehr. Und hier gelte es Zielkonflikte zu vermeiden. „Wir müssen den Waldbesuchern verdeutlichen, dass sie sich in einem sensiblen Ökosystem befinden.“, so Montecuccoli weiter.

Mit Rücksicht auf die Natur

Die Land&Forst Betriebe Österreich haben dafür „eine Handvoll Regeln für ein Fair Play im Winterwald“ vorgestellt:

  • Der Wald ist Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen – Rücksicht bei Waldbesuchen ist angewandter Naturschutz.
  • Winter im Wald bedeutet in vielen Regionen Holzerntezeit – auf Hinweistafeln zu achten sorgt für ein sicheres Miteinander und ermöglicht eine nachhaltige Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz.
  • Wälder im steilen Gelände schützen Menschen und Infrastruktur – wer auf markierten Wegen und Routen bleibt, schützt sich und andere.
  • Ruhezonen und Fütterungskonzepte sind im Winter überlebenswichtig für Wildtiere – mit verantwortungsvollem Verhalten und Meiden von Ruhe- und Fütterungsflächen helfen wir den Tieren gut durch den Winter zu kommen.
  • Junge Pflanzen sind im Winter oft knapp unter der Schneedecke verborgen – wer sich auf ausgewiesenen Routen bewegt, sichert den Wald der Zukunft.

Diese Regeln sollen an so viele Menschen wie möglich weitergetragen werden. Denn bei einem sind sich alle Referenten einig: Versteht man die Hintergründe, warum es manche Sperren, Begrenzungen, Verbote und Hinweise gibt, hält man sich eher daran.