AckerbauErste Prognosen

Erste Prognosen

Foto: Böck

Von Alexander BÖCK, LANDWIRT Redakteur

Nachdem das Jahr doch sehr trocken angefangen hatte, setzten dann zum Schossen des Weizens rechtzeitig noch die Regenfälle ein. Viele Bestände, die bis dahin dahingesiecht waren, konnten sich dadurch noch gut entwickeln. Georg Grill, Geschäftsführer der Trocknungsgenossenschaft Reding, erwartet dieses Jahr durchwegs gute Erträge bei Gerste und Weizen. Nur für so manchen Wintergerstenbestand kam laut Patrik Herz von der Agrar Markt Austria der Regen etwas zu spät und die Pflanzen reduzierten die Kornanzahl je Ähre. Herz schätzt aber, dass die Bestände das mit einem höheren Korngewicht wieder ausgleichen. Die Erntemenge je Hektar sollte also bei den Strohgetreidefrüchten im Trockengebiet auch deutlich besser ausfallen als im vergangenen Jahr.

 

Gesamtmenge

Auch wenn die Hektarerträge dieses Jahr sicherlich wieder rosiger aussehen werden, erwartet Herz in Österreich eine geringere Gesamternte. Grund dafür ist die rückläufige Anbaufläche. Winterweichweizen hat laut Herz um gut 10.000 ha verloren. Ebenso hat die Sommergerste um knapp 11.000 ha eingebüßt. Ein Minus, welches auch die Zunahme der Wintergerste um 8.700 ha nicht ganz ausgleichen wird. In Deutschland wird die diesjährige Ernte die katastrophal niedrige vom Vorjahr sicherlich übersteigen. Allgemein erwartet man laut Herz in Europa gute Erntemengen. Aber auch international gehen die Experten von einer deutlich höheren Ernte aus als im Vorjahr – nicht zuletzt haben auch Russland und die USA schöne Bestände vorzuweisen. Trotzdem geht das US- Landwirtschaftsministerium davon aus, dass der Getreideverbrauch am Ende die Produktion übersteigen wird und dadurch die Lagerbestände zurückgehen werden.

 

Preise im Sturzflug

Der Rückgang soll aber nur einen kleinen Teil der doch sehr großen Lagerbestände schmelzen lassen. Daher ist die Chance auf höhere Preise gering. Das Vorjahresniveau zur Ernte werden wir dieses Jahr nicht haben, so weit ist sich Grill sicher. Beide Experten erwarten, dass die derzeitigen Preise bis zur Ernte noch etwas abfallen werden. Nicht zuletzt, da die Mühlen laut Grill nach wie vor gut versorgt sind. Die Preise lassen jedoch hoffen, dass bei der Einlagerung bzw. Poolvermarktung noch etwas mehr herausschauen könnte. Doch eine Empfehlung dazu lässt sich derzeit nur schwer aussprechen. Am Ende muss das jeder Landwirt selber entscheiden.

 

Biopreise sinken

Bei den Preisen für Biogetreide und speziell Umstellerware erwartet Herz auch einen Einbruch. Zurückzuführen ist das auf die stetig steigende Anzahl an biologisch wirtschaftenden Landwirten und den Anstieg deren Anbaufläche. So sind dieses Jahr knapp 30.000 ha, 2018 10.000 ha und 2019 20.000 ha auf die Bio-Seite gewandert. In Österreich hat der Bioanteil an der Gesamtackerfläche mittlerweile 20 % erreicht.