SchweinTiergesundheit SchweinErneut Keulungen wegen Schweinepest in Polen

Erneut Keulungen wegen Schweinepest in Polen

Die Afrikanische Schweinepest breitet sich in Polen bei Hausschweinen und Wildschweinen stark aus.
Quelle: Symbolbild, Archiv

In Polen mussten in den vergangenen Tagen erneut viele Hausschweine wegen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gekeult werden. Nach Angaben der Obersten Veterinärbehörde kam es in der letzten Woche zu einem ASP-Ausbruch in einem größeren Schweinehaltungsbetrieb in der zentralpolnischen Wojewodschaft Masowien. Betroffen waren insgesamt 846 Schweine, die im Anschluss an den Befund im Rahmen der seuchenrechtlichen Vorschriften getötet werden mussten.

Wie aus der amtlichen Statistik hervorgeht, handelte es sich um den 94. Seuchenfall in der Landwirtschaft seit Anfang Januar. Seitdem stieg die Zahl der zwangsweise gekeulten Nutztiere auf rund 56.800 Stück. Das Vorjahresniveau ist damit bereits weit übertroffen worden: Damals war die ASP nachweislich in „nur“ 48 landwirtschaftlichen Betrieben aufgetreten. Die Zahl der notgetöteten Tiere hatte bei gut 35.000 gelegen.

ASP-Infektionszahlen steigen auch bei Wildschweinen

Auch bei den Wildschweinen gehen die Infektionszahlen in Polen kontinuierlich nach oben. Bis einschließlich 24. September wurden insgesamt 3 258 Funde an ASP-erkrankten Tieren bestätigt, wobei die Anzahl der betroffenen Einzeltiere aufgrund der Tatsache, dass oft mehrere Kadaver auf einmal gefunden werden, deutlich höher liegt. Beim Schwarzwild ist das Seuchengeschehen 2020 ebenfalls deutlich dynamischer als im Vorjahr. Im gesamten Jahr 2019 hatten die Behörden rund 2 500 Funde an infizierten Wildschweinen registriert.

In Deutschland bisher 36 ASP-Fälle bei Wildschweinen

Unterdessen steigt auch in Deutschland die Zahl der an ASP verendeten Wildschweine weiter an. Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) bestätigte über das Wochenende zwei weitere Fälle in der ursprünglichen Kernzone. Insgesamt sind damit nachweislich bislang 36 Wildschweine auf deutschem Gebiet an der Seuche gestorben (Stand Montag, 28.8). Das Bundeslandwirtschaftsministerium betonte in dem Zusammenhang, dass die Hausschweinbestände in Deutschland nach wie vor frei von der Afrikanischen Schweinepest seien.

Aufgrund der prekären Seuchenlage in Polen will man in Deutschland an der Grenze zu Polen einen festen Zaun errichten.