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Die neue Lexion-Generation

Die zweite Lexion-Generation: Sieben Hybrid- und sechs Schüttlermähdrescher mit Motorleistungen von 313 bis 790 PS. (Fotos: Weninger)

Die neue Generation ist viel mehr als nur ein Update. Das signalisiert der Hersteller auch mit den neuen vierstelligen Modellbezeichnungen: Lexion 5000, 6000, 7000 und 8000. Jede dieser vier Baureihen wurde mit einem größeren Typ nach oben erweitert. Beeindruckend sind die Leistungsdaten des neuen Topmodells Lexion 8900: 16,2 Liter MAN-Motor mit 581 kW/790 PS, bis zu 18.000 Liter Korntankvolumen und 180 l/s Entleerungsgeschwindigkeit. Mit diesem Flaggschiff – laut eigenen Angaben der größte Mähdrescher der Welt – wollen die Harsewinkeler in eine neue Leistungsklasse vorstoßen. Zieht man bei den neuen Typenbezeichnungen die hintere Null ab, kommt man ungefähr zur Motorleistung der Vorgängermodelle und kann so einen Vergleich herstellen.

Zwei neue Dreschwerke

Für die fühlbare Leistungssteigerung hat Claas sogar das Herzstück neu konzipiert. Sowohl bei den Schüttler- als auch bei den Hybrid- Maschinen. Der Dreschtrommel-Durchmesser ist bei allen Lexion von 600 auf 775 mm gewachsen. Zudem haben sie jetzt zehn Schlagleisten statt acht wie bisher. Daraus ergibt sich ein geringerer Umschlingungswinkel, der zu einem geradlinigen, schonenden und kraftstoffsparenden Gutfluss führen soll.

Das neue Herz der 5000er und 6000er Schüttlermähdrescher heißt „APS Synflow Walker“. Bei den Fünfschüttlern ist es 1.420 mm breit, bei den Sechsschüttlern 1.700 mm. Neu ist auch eine vierte Trommel: In beiden Fällen sitzt vor der Wendetrommel eine zusätzliche Abscheidetrommel mit 600 mm Durchmesser. Das „APS Synflow Hybrid“-Dreschwerk besteht wie bisher aus dem tangentialen 3-Trommel- Dreschwerk mit Vorbeschleuniger und axialer Restkornabscheidung. Die Zuführtrommel vor der Dreschtrommel hat jetzt neu einen Durchmesser von 600 mm. Die 7000er haben das schmälere Dreschwerk mit 1.420 mm verbaut und die 8000er das 1.700 mm breite.

Der Hersteller verspricht bei den Schüttler- Mähdreschern eine gesteigerte Durchsatzleistung von rund 25 % und bei den Hybrid-Modellen sollen es immerhin noch +10 % sein. Ein neuer „Fünfschüttler“ soll dasselbe wie die Sechsschüttler der Vorgängerserie leisten: gleiche Leistung bei schmälerer Maschinenbreite. Beide Dreschwerke haben ein neues Antriebskonzept. Pate dafür stand der hauseigene Selbstfahr-Feldhäcksler Jaguar: Der Hauptantrieb erfolgt nun mit einem 5- bzw. 6-rilligen Powerbelt (breiter Riemen). Dieser wird über eine hydraulisch betätigte Kupplung schonender als bisher eingeschaltet. Mit dem neuen Konzept konnten bis zu zwei Riemen und zwei Ketten eingespart werden.

Automatik für alle Lexion

„Cemos Automatik“ stellt auch im neuen Lexion die Maschine automatisch für optimalen Durchsatz und Druschqualität ein. Dieses Fahrerassistenzsystem bietet nochmals einen erweiterten Funktionsumfang. Neu ist auch der im Kabinendach integrierte „Field Scanner“ für die lasergesteuerte Lenkung entlang der Bestandeskante oder jetzt neu auch entlang der Fahrgasse. Das neue Lenksystem muss bei einem Fruchtwechsel nicht mehr kalibriert werden.

Einfach ist auch die Kalibrierung des neuen Quantimeters für die Ertragsermittlung: Pro Fruchtart und Jahr ist nur ein Kalibrierprozess notwendig, der sich aus der Kabine heraus durchführen und speichern lässt. Dieses neue Ertragsmesssystem arbeitet mit einer Prallplatte am Ausgangpunkt des Körnerelevators und misst den Ertrag unabhängig vom Tausendkorngewicht.

Bedienung und Komfort

Die neue Kabine bietet mehr Platz, hat ein größeres Sichtfenster in den Korntank und eine Kühlbox. Ein nach vorne vergrößerter Schwenkbereich des Tankrohrs verbessert die Sicht beim Abtanken. Neu gestaltet ist auch die Armlehne mit drei Bedienmöglichkeiten über das CEBIS Touch, den Dreh-Drückknopf des CEBIS Control Panels und die seitlich angeordneten Tasten für den Direktzugriff. Neu ist auch der C-Motion- Fahrhebel in der Armlehne. Damit hat der Fahrer alle wichtigen Funktionen für die Steuerung des Vorsatzes und den Überladeprozess ergonomisch in der Hand. Zudem kann er zwischen verschiedenen Ansichten im CEBIS-Terminal wechseln, ohne die Hand vom Hebel nehmen zu müssen.

Neuerungen gibt es auch bei den Schneidwerken: Das Vario gibt es jetzt bis zu einer Breite von 13,8 m (bisher 12,3 m). Die im Jahr 2018 vorgestellten beiden Bandschneidwerke Convio und Convio Flex wurden mit den Schnittbreiten 7,7 und 9,3 m nach unten erweitert. Die ersten Lexion der neuen Baureihen waren in den letzten Wochen bei der Getreideernte schon im Einsatz. 2020 sollen alle Modelle erhältlich sein. Noch nicht lieferbar sind die Montana-Versionen mit dem Fahrwerks-Hangausgleich. Bis das der Fall ist, werden die bisherigen Montana-Modelle weiter gebaut.

 

Neue Festkammerpresse Rollant 520

Anlässlich der Lexion-Präsentation hat Claas auch eine neue Rundballenpresse vorgestellt. Die Rollant 520 löst die bisherigen Festkammerpressen Rollant 340 (ohne MPS) und 350 (mit MPS) ab. Die 520er gibt es wahlweise mit oder ohne MPS II (Maximum Pressure System). MPS besteht aus drei schwenkbaren Walzen, die zu Beginn eines jeden Ballens die Kammer verkleinern und für einen festeren Ballenkern sorgen. Der Pressdruck wird über Schließzylinder der Heckklappe geregelt.

Die neue Festkammerpresse Rollant 520 gibt es in den Varianten mit Schneidwerk, Rotor oder Raffer.

16 Stahlwalzen mit einem geriffelten Profil bilden die Presskammer mit 1,25 m Durchmesser und 1,20 m Breite. Lagerung und Kraftübertragung übernehmen die seitlichen Achsstummel. Sie sind an den Walzenkörper angeflanscht und können bei Bedarf, ebenso wie die Walzen, auch einzeln getauscht werden. Diese Konstruktion hat sich laut Hersteller bereits bei den Rollant 620 und 540 bewährt.

Die 520er Rundballenpresse ist mit oder ohne Schneidwerk und in der einfachsten Form mit einem Raffer erhältlich. Die gesteuerte Pick-up ist 2,10 m breit (1,85 m mit Raffer). Optional ist ein Niederhalter lieferbar. Zwei seitliche Zuführschnecken transportieren das Material zum Rotor. Das optionale Schneidwerk verfügt über 14 Messer, es ergibt sich eine theoretische Schnittlänge von 70 mm. Die Messer sind einzeln gegen Fremdkörper geschützt. Die Bedienung der Presse erfolgt über das „Claas Operator Terminal“.