AckerbauGetreideDie besten Wintergersten für 2019

Die besten Wintergersten für 2019

In Bayern wurden im vergangenen Herbst rund 245.000 ha Wintergerste ausgesät. Das ist um etwa sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Mit durchschnittlich 68 dt/ha konnten die bayerischen Landwirte dieses Jahr das Vorjahresergebnis von 61 dt/ha klar übertreffen. Diese Statistik ist aber vorrangig den schlechten Erträgen des Vorjahres geschuldet, denn das Fünfjahresmittel wurde dennoch knapp verfehlt. Die Qualitäten waren dieses Jahr durchwegs gut. Dies ergab die Untersuchung von über 100 zufällig ausgewählten bayerischen Wintergerstenproben. Das Hektolitergewicht (HLG) lag mit 70 kg um gut 2 kg und das Tausendkorngewicht (TKG) mit 52 g um 2 g über dem Mittel der vergangenen fünf Jahre. Auch der Marktwarenanteil (> 2,2 mm) war mit 98 % dieses Jahr etwas besser als der mehrjährige Schnitt von 97 %.

 

Günstige Bedingungen

Die Saat- und Auflaufbedingungen waren in Südbayern meist günstig. Im Norden hingegen lief die Gerste aufgrund von Trockenheit teilweise ungleich und verspätet auf. Erst im Dezember und Januar fielen nach zehn zu trockenen Monaten wieder mehr Niederschläge als üblich. Aufgrund der spät einsetzenden Vegetationsruhe starteten die meisten Bestände normal entwickelt ins neue Jahr. Nach einer regenreichen ersten Märzhälfte blieb es in weiten Teilen Bayerns über sechs Wochen wieder sehr trocken. Die Angst, dass sich die Dürre aus dem Jahr 2018 wiederholen könnte, wurde immer größer. Die flächendeckenden Niederschläge Ende April entspannten diese Situation schließlich. Die Nachtfröste in der ersten Maihälfte führten vereinzelt zu unvollständiger Einkörnung der Ähren (Laternenblütigkeit). Der Juni war schlussendlich zu warm und sonnig und vor allem nördlich der Donau sehr trocken. Aufgrund dieser Hitze reiften die Bestände zügig ab, und Ende Juni konnten die ersten Landwirte mit der Ernte beginnen. Wie auch im Vorjahr waren Krankheiten kaum ein Thema. Rhynchosporium trat in Bayern so gut wie nicht auf und Netzflecken kamen nur vereinzelt stärker vor. Teilweise bekämpfungswürdig waren Mehltau sowie Zwergrost. Davon betroffen waren vor allem anfällige Sorten. Dominierend zeigten sich wieder einmal die Ramularia-Blattflecken. Sie lassen den Blattapparat vorzeitig absterben. Ausgelöst wird die Krankheit durch den Pilz Ramularia nach intensiver Strahlung nach einer Feuchteperiode. Sichtbare Symptome treten meist erst nach der Blüte auf.