ManagementDer Landwirt beim LANDWIRT

Der Landwirt beim LANDWIRT

Neben seiner Arbeit als Geschäftsleiter beim LANDWIRT Deutschland betreibt Mathias Lingg einen Milchviehbetrieb im Oberallgäu (alle Fotos: Buffler)

Für Mathias Lingg ändert sich in den nächsten Monaten einiges. Er hat den elterlichen Betrieb mit 36 Braunviehkühen übernommen. Das alles muss er neben seiner Tätigkeit als Leiter der deutschen Geschäftsstelle vom LANDWIRT stemmen. Um sich die Arbeit zu erleichtern, will er den Anbindestall zum Laufstall mit Melkroboter umbauen. Zudem plant Mathias, den Betrieb von konventionell auf Biomilch umzustellen.


Lust auf einen Betriebsrundgang? Wir waren “Bei Linggs DAHOIM”.

Einfach auf den grünen Knopf klicken und Mathias auf seinem Hof besuchen.


Morgens um sechs Uhr steht Mathias im Stall und hilft seinen Eltern beim Melken und Füttern. Zwei Stunden später kommt er frisch geduscht über den Hof und geht ins Büro von LANDWIRT Deutschland. Vor neun Jahren hat er die deutsche Geschäftsstelle zusammen mit dem damaligen Geschäftsführer aus Österreich eröffnet. Seitdem ist sie im Dachgeschoss des alten Bauernhauses untergebracht. „Da war einmal mein Kinderzimmer. Am Anfang saß ich hier alleine und habe eine österreichische Fachzeitschrift verkauft, die in Deutschland kaum jemand kannte. Mittlerweile beschäftigen wir zehn Mitarbeiter und schreiben eine eigene Ausgabe für Deutschland.“ Mathias lebt den Leitspruch des Verlages „Wir sitzen mit Landwirten am Tisch“ wie kein anderer, wenn er täglich mehrmals zwischen Stall- und Bürokleidung wechselt.

Familie LINGG

 

Austrägler

– Magnus (63) und Stefanie Lingg (63)

Hofnachfolger

– Mathias (39) und Andrea Lingg (37)

Kinder

– Magdalena (4) und Johanna (2)

 


Steile Grünlandflächen als Alm-Ersatz

Der Betrieb von Familie Lingg liegt im Allgäuer Voralpenland. Derzeit bewirtschaften ihn noch Magnus Lingg und seine Frau Stefanie, die Eltern von Mathias. Im Anbindestall aus den 1980er-Jahren stehen 36 Braunviehkühe, die eine Jahresleistung von 8.400 kg bringen. 1994 hat Magnus Lingg einen Laufstall für das Jungvieh angebaut. Der steht im Sommer bis auf ein paar Absetzkälber leer. Die Färsen sind von April bis Oktober nicht auf dem Hof.  tefanie Lingg sagt dazu: „Ich stamme von einem Hof, der 13 Kilometer entfernt liegt. Den habe ich geerbt. In der alten Hofstelle lagern wir die Heuballen. Die sechs Hektar Grünland nutzen wir wie eine Alm für unser Jungvieh.“

Neben Mathias haben Magnus und Stefanie zwei Töchter. Andrea hat Arzthelferin gelernt, Kathrin arbeitet  beim LANDWIRT im Leserservice. Beide sind in der Nähe verheiratet und haben Kinder. Für Mathias war immer klar, dass er den Hof übernehmen würde. Nach seiner landwirtschaftlichen Ausbildung und der Technikerschule hatte er acht Jahre beim Kemptener Maschinenring als Projektleiter gearbeitet. Bis er gefragt wurde, ob er den  LANDWIRT  in Deutschland vertreiben wolle. 2005 hat er mit seinen Eltern ein neues Wohnhaus am Betrieb gebaut. Die beiden  wohnen im Erdgeschoss. Mathias lebt mit seiner Frau Andrea und den beiden Töchtern Magdalena und Johanna im ersten Stock.

Der Stall

 

Baujahr 1985 (Neubau)

– Anbindehaltung für 36 Milchkühe (Braunvieh)
– Rohrmelkanlage mit vier Melkzeugen und ein Eimermelkzeug
– Sechs Doppelboxen für Milchkälber

Baujahr 1994 (Anbau)

– Laufstall mit Fressgitter und Tiefstreuliegebereich für neun
Absetzkälber
– Laufstall mit Fressgitter und Spaltenboden für bis zu 28 Färsen

 


Ein Melkroboter soll Flexibilität bringen

Senior Magnus Lingg wurde dieses Jahr 63 Jahre alt. Noch geht er gern in den Stall. „Es ist aber an der Zeit, den Betrieb in jüngere Hände zu übergeben. Dann kann ich die Rente genießen.“ Mathias steht daneben und lacht herzlich: „So einfach geht das nicht. Meine Eltern werden mich weiterhin im Stall unterstützen. Vor allem dann, wenn ich auf Messen unterwegs bin.“ Er will trotz der Hofübernahme weiterhin für den LANDWIRT arbeiten. „Damit das funktioniert, muss ich allerdings investieren. Ich möchte eine Liegehalle mit Laufhof für maximal 42 Milchkühe bauen. Im alten Anbindestall ist dann Platz für den Futtertisch.“ Damit er zeitlich flexibler wird, setzt Mathias nach dem Umbau auf ein automatisches Melksystem.

Die Flächen

Allgäuer Voralpenland

Kempten
735 m ü N.N.

37 ha Grünland (davon 17 ha gepachtet)
– 18 ha, um die Hofstelle arrondiert
– 12 ha, vom Hof zwei Kilometer entfernt
– 7 ha, vom Hof 13 Kilometer entfernt

Gebietskategorie: Berggebiet

 

 


Zudem will Mathias den Betrieb auf Bio umstellen. Sein Vater versucht das bereits seit zwei Jahren, ist aber ernüchtert: „Die Molkereien machen zurzeit keine neuen Verträge mehr für Biomilch. Wir stehen bei drei Unternehmen auf der Warteliste.“ Der neue Stall wird dennoch auf die Anforderungen an die Bio-Haltung ausgelegt sein. „Unsere Kühe sind außerdem das halbe Jahr auf der Weide.“ Mathias könnte sich auch vorstellen, irgendwann Heumilch zu produzieren. Solange er beim LANDWIRT arbeitet, schafft er das zeitlich aber nicht. „Im Winter verfüttern wir Silo und Grascops.“ Magnus und Mathias haben letztes Jahr im Heustock eine Belüftung gebaut. Irgendwann kommt vielleicht noch eine Heutrocknung dazu.

Viele Fragen zur Hofübergabe

Zuletzt stand im Mai die Hofübergabe an. Mathias hatte dazu viele Termine mit seinem Steuerberater. Er musste mit seinen Eltern und Schwestern viele Sachen klären. Was bekommen die Eltern als Leibrente? Arbeiten sie noch bis zum gesetzlichen Rentenalter auf dem Hof mit? Wie soll das Erbe unter den Geschwistern einmal aufgeteilt werden? Wie kann sich Mathias‘ Frau Andrea für die Zukunft absichern?

Was dabei herauskam, beantworten wir Ihnen im nächsten Teil unserer Serie „Bei Linggs dahoim“.


 

LANDWIRT Redakteur Marzell Buffler begleitet Mathias und seine Familie während der nächsten Monate. Von Hofübergabe bis Stallneubau, zukünftig lesen Sie auf landwirt-media.com und im LANDWIRT alles, was „bei Linggs DAHOIM“ passiert.