AckerbauDen Viehhaltern unter die Arme greifen

Den Viehhaltern unter die Arme greifen

Eine Direktsaat reicht oft für einen schönen Kleegrasgemenge-Bestand. Foto: Böck

Von Alexander BÖCK, LANDWIRT Redakteur

 

Auch wenn der langerhoffte Regen zuletzt die Ängste vor einer weiteren Dürre gebremst hat, so sind Futterreserven trotz allem sehr begrenzt. Die Dürre vom Vorjahr und das massive Engerling-Aufgebot haben ihre Spuren hinterlassen. Da vor allem die Engerlingplage dieses Jahr sogar noch schlimmer werden soll, werden Ackerbauern nun angehhalten, nach dem Getreide für die Viehhalter, Futter zu kultivieren. Von einer Kooperation können beide Parteien profitieren.

 

Solidarität verpflichtet

Der Maschinenring bietet an, zwei Landwirte – in der Regel ein Grünlandbetrieb und ein Ackerbaubetrieb – kostenlos zu vermitteln. Die Geschäftsbeziehung entsteht direkt zwischen den Landwirten. Der Maschinenring führt lediglich die beiden Interessenten zusammen und stellt eine Vertragsvorlage und ein Berechnungsblatt zur Preisfindung zur Verfügung. „Im Vertrag steht, dass ein Grünlandbetrieb die Ernte zu einem Fixpreis einkauft“, erklärt Roman Braun vom Maschinenring Oberösterreich. „Darin enthalten ist die Aussaat und die Düngung mit Saatgut und Dünger, für die der Grünlandbetrieb aufkommen muss. Dadurch trägt er das wirtschaftliche Risiko.“ Der Betrieb bekommt aber ein Mitspracherecht bei der Bestandesführung, also welches Saatgut und welcher Dünger verwendet und wann geerntet wird. Dafür hat er am Ende eine sichere Futterquelle. Der Ackerbauer bekommt als Abgeltung 50 Euro je Hektar für die Bereitstellung der Flächen. Zusätzlich ist das Saatgut kostenlos und er kann trotzdem die Prämie für die Zwischenfrucht beantragen. „Wenn die Maschinen vorhanden sind, kann er diese auch auslasten wenn er möchte“, erklärt Braun. „Für die Abgeltung ist der Grünlandbetrieb verantwortlich.“ Doch kein Vorteil ohne Nachteil – wenn bei der Ernte mit beispielsweise Feldhäcksler Verdichtungen entstehen, muss der Ackerbauer das akzeptieren. „So weit sollte es aber nicht kommen“, erklärt Braun. „Aus dieser Aktion sollten sich langfristige Partnerschaften bilden. Das geschieht aber nur wenn sich die beiden Partner verstehen, sie sich absprechen und zusammenarbeiten.“

 

Schnell anbauen

Als Zwischenfrucht wären Kleegrasmischungen, Landsberger Gemenge oder zu einem späteren Zeitpunkt auch noch Grünschnittroggen denkbar. „Damit der Grünlandbetrieb aber auch noch seine zwei Schnitte bekommt, sollte der Ackerbauer so schnell wie möglich nach der Getreideernte die Zwischenfrucht säen“, so der Experte. „Am besten nach der Ernte gleich das Stroh abfahren und in Direktsaat das Saatgut rein. Eine mehrmalige Bodenbearbeitung können Sie sich sparen.“

 

LANDWIRT Info

Wer Interesse an einer Kooperation hat, meldet sich schnellstmöglich bei seinem Maschinenringbüro. Es gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!