AckerbauGetreideDen Silo mit Getreide ergänzen

Den Silo mit Getreide ergänzen

Foto: Agrarfoto

Von Gerald STÖGMÜLLER

 

Getreide-Ganzpflanzensilage (Getreide-GPS) ist eine sinnvolle Ergänzung zur herkömmlichen Grassilage. Sie bietet Ihnen bei knappen Futterreserven sowie verminderten Grünlanderträgen eine interessante Alternative. Zur Wahl stehen neben dem Grünschnittroggen auch Triticale, Weizen und Gerste. Gerade bei Futtermangel ist man verleitet, auf Masse zu setzen. Doch für die Qualität ist – wie bei Grassilage auch – der rechtzeitige Schnittzeitpunkt entscheidend. Während des Schossens bis zum Beginn des Ährenschiebens haben die Getreidepflanzen hohe Energiegehalte, eine gute Verdaulichkeit, jedoch einen niedrigen Proteingehalt. Nach dem Ährenschieben nimmt die Menge noch deutlich zu, die Qualität geht aber zurück. Die Schnitthöhe mit dem Mähwerk soll möglichst hoch sein, um erdige Verschmutzungen zu vermindern. Mit zunehmender Stängellänge durch verspäteten Schnitt wird die Ganzpflanzensilage (GPS) für die Tiere immer mehr zum Pansenfüller anstatt zum Nährstofflieferanten.

 

Verhältnis Stängel zu Blatt

Mit zunehmendem Stängelanteil sinken die Nährstoffgehalte sehr rasch. Die Verdaulichkeit ist stark eingeschränkt, die Silierfähigkeit sinkt (viele hohle Stängel, wenig Zucker). Ein Warten zur Stärkeeinlagerung im Korn kann den hohen Faseranteil nicht mehr retten. Wie bei Grassilagen hilft eine Bewertung des Stängel-Blatt-Verhältnisses, also der Faser liefernden zu den Nährstoff liefernden Pflanzenteilen. Ideal ist eine Häcksellänge von 15 bis 20 mm. Damit erreichen Sie eine gute Verdichtung des stängelreichen Materials. Eine Mahd mit Anwelken ist einer Ernte mit Mähvorsatz vor dem Häcksler vorzuziehen. Ein Breitstreuen des Materials führt allerdings zu Futterverlust und starker Verschmutzung mit Erde. Demnach wird eine breite Ablage mit dem Mähwerk oder Aufbereiter empfohlen. Dadurch welkt das Material gleichmäßig an. Beim Schwaden sollten Sie auf eine erhöhte Zinkeneinstellung achten – besser etwas liegen lassen, als zu viel Erde mitsilieren. Der sehr hohe Trockenmassegehalt der Grünpflanze durch die fehlenden Niederschläge erlauben heuer sogar eine direkte Nutzung der Getreidepflanzen mit einem Mähvorsatz am Feldhäcksler. Je länger der Schnitt und je reifer der Pflanzenbestand ist, umso notwendiger wird der Einsatz von Siliermitteln, um den Siliererfolg und die aerobe Stabilität bei der Entnahme zu verbessern.

Weniger Pflege

Wenn die GPS-Nutzung schon langfristig geplant ist, können Sie auf Pflanzenschutz und Spätdüngung verzichten. Ansonsten müssen Sie die Wartezeiten der ausgebrachten Pflanzenschutzmittel einhalten. Die Inhaltsstoffe und der Gärerfolg der Silage werden von der Düngung, dem Schnittzeitpunkt, der Verschmutzung und der Erntetechnik stark beeinflusst. Eine Analyse im Futtermittellabor wäre ratsam. Daneben gilt es auch die förderrechtlichen Bestimmungen bei der Beantragung von Hauptfrüchten oder Zwischenfruchtbegrünungen einzuhalten.