AckerbauDem Drahtwurm ohne Chemie begegnen

Dem Drahtwurm ohne Chemie begegnen

In Mitteleuropa treten gut 20 verschiedene schädigende Arten von Drahtwürmern auf.
Quelle: Agrarfoto

Weniger Pflanzenschutzmittel, verminderte Bodenbearbeitung, aber auch Klimaveränderungen spielen dem Drahtwurm in die Hände. Erschwerend kommt hinzu, dass die Drahtwürmer es einem Landwirt in Hinblick auf das Verständnis ihrer Biologie auch nicht leicht machen. Die meisten Schadinsekten bilden eine oder mehrere Generationen pro Jahr aus. Nicht aber der Drahtwurm. Hier hat es der Landwirt mit einer mehrjährigen Entwicklung zu tun, die in der Länge variabel ist und von unterschiedlichen äußeren Faktoren beeinflusst wird. So verkürzt eine warme Witterung zum Beispiel die Entwicklungsdauer deutlich, während andauernde Trockenheit sich als ungünstig erweist. Erschwerend kommt hinzu, dass in Mitteleuropa gut 20 verschiedene schädigende Arten in den Äckern auftreten können.

 

Viele verschiedene Arten

Unter diesen Arten spielen die Vertreter der Gattung Agriotes die bedeutendste Rolle. In Deutschland dominieren Agriotes lineatus (Saatschnellkäfer), A. sputator (Garten-Humusschnellkäfer oder Salatschnellkäfer) und A. obscurus (Düsterer Schnellkäfer). In Österreich finden sich A. lineatus und A. obscurus überwiegend im Westen in den gebirgigen Landesteilen. Die beiden Schnellkäfer Agriotes ustulatus (Gebräunter Schnellkäfer) und Agriotes sordidus sind wärmeliebende Arten mit einer wesentlich eingeschränkteren Verbreitung in Deutschland. A. ustulatus ist von Süddeutschland bis hinauf nach Südniedersachsen gefunden worden.