AgrarpolitikBauernbund Steiermark und Oberösterreich: Wahlkampfauftakt

Bauernbund Steiermark und Oberösterreich: Wahlkampfauftakt

Quelle: Bauernbund OÖ

Gleich zum Steirischen Bauernbund

Bauernbund in Oberösterreich

“Für unsere Höfe. Für unsere Heimat” lautet das Motto des Oberösterreichischen Bauernbundes im Wahlkampf für die LK-Wahl am 24. Jänner. Spitzenkandidatin und aktuelle LK-Präsidentin Langer-Weninger und Landesobmann Hiegelsberger präsentierten am 11. Jänner 2021 hierzu das Programm sowie die Kandidaten. Angesprochen werden sollen damit rund 130.000 Bauern, die die 35 Mitglieder der Vollversammlung wählen. Gleichzeitig entscheidet das Wahlergebnis auf Ortsebene über die Zusammensetzung von 424 Ortsbauernausschüssen, in denen insgesamt 3.236 Mandate zu vergeben sind.

Umfassende Landesliste

Spitzenkandidatin Langer-Weninger betonte, dass die heurigen Wahlen bedingt durch die Coronakrise in eine schwierige Zeit falle. Die Situation im vergangenen Jahr habe deutlich gezeigt, wie wichtig eine “stabile und sichere Vertretung” für die Bauern sei. In diesem Zusammenhang verwies sie auf die umfassende Landesliste des Bauernbundes und die Vielfalt an Persönlichkeiten und Betriebstypen, welche diese repräsentierten. Zudem freute sie sich darüber, dass die Frauenquote von 29 % auf 38 % deutlich erhöht werden konnte, während das Durchschnittsalter der Kammerräte von 48 auf 43 Jahre gesunken sei.

Landesobmann Hiegelsberger hob die Verlässlichkeit des Bauernbunds OÖ und seiner Funktionäre hervor. „Für uns ist es selbstverständlich, dass die Landwirtschaft systemrelevant ist. In der politischen Praxis reicht dieses Wissen aber nicht. Da braucht es bäuerliche Vertreter in den zuständigen Gremien, die für die Bäuerinnen und Bauern verhandeln. Das und vieles mehr ist dem Bauernbund im vergangenen Jahr gelungen.“

Dabei sei es egal, ob es um Verhandlungen für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), Hilfen für Rinder- und Schweinebauern, die Umsetzung der Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie, die Ablehnung des EU-Mercosur-Freihandelsabkommens oder vieles mehr gehe – diese Themen würden eine starke agrarische Vertretung benötigen. Der Oberösterreichische Bauernbund jedenfalls sei dafür bereit und bestens aufgestellt, führte Langer-Weninger weiter aus.

Bauernbund OÖ: Intensives Wahlprogramm

Der Bauernbund OÖ geht unterdessen mit einem ambitionierten Wahlprogramm ins Rennen. Wichtige Themen sind beispielsweise die Stärkung der Familienbetriebe, PR für Landwirtschaft in allen Bereichen, Herkunftskennzeichnung, Sicherstellung der Eigenversorgung, Bewahrung bäuerlichen Eigentums sowie Planungssicherheit und Klimaschutz. „Wir wollen gemeinsam mit unseren Bäuerinnen und Bauern unsere Heimat weiterentwickeln. Darum brauchen wir einen starken Bauernbund, der diese Mitsprache ermöglicht“, gab sich Hiegelsberger kämpferisch.

Wahlkampfauftakt Steirischer Bauernbund

Steirischer Bauernbund v.l.n.r.: Vizepräsidentin Maria Pein, LKR Markus Hillebrand, Präsident Franz Titschenbacher, Bezirksobmann Josef Kaiser, Landesrat Hans Seitinger.
Quelle: Bauernbund Steiermark

Bereits am 5. Jänner 2021 präsentierte der Steirische Bauernbund sein Programm sowie die Kandidaten für die diesjährige Wahl in der Landwirtschaftskammer, angeführt von Landesobmann Seitinger, Präsident Titschenbacher sowie Vertretern aus den Wahlkreisen. Seitinger hob in seiner Rede angesichts der schwierigen Bedingungen für die heimische Landwirtschaft die besondere Bedeutung einer verlässlichen Interessensvertretung hervor. Vor allem der globale Markt wirke sich auf die Existenzen kleinbäuerlicher Strukturen aus. Aber auch klimatische Veränderungen seien eine Gefahr für die Einkommen der Bauern. Dazu betonte er, dass hierzulande die gesellschaftlichen Forderungen in puncto Tierschutz und Umweltschutz wesentlich anspruchsvoller seien als anderswo im EU-Raum. In diesem Zusammenhang sei der Bauernbund eine starke Interessenvertretung für die steirischen Bauern. Seitinger wies ferner darauf hin, dass man die einzige politische Kraft in der Landwirtschaftskammer sei, die von der Gemeinde bis zum EU-Parlament aufwarten könne.

Jeder Bauernhof ein wichtiges Puzzlestück

Weil jeder Bauernhof ein wichtiges Puzzlestück im “Gesamtbild einer Lebenskultur und eines erfolgreichen Landes” sei, sind für Seitinger die Themen mehr Regionalität und Versorgungssicherheit, verstärkte Bildung, Beratung und Innovation sowie eine klimafitte Landwirtschaft ein besonderer Schwerpunkt. „Die steirische Landwirtschaft kann mit der Masse nie mithalten, aber die anderen können dies mit unserer Klasse nicht. Daher müssen wir unser geistiges Kapital auf dieses Pferd setzen, im Vertrauen darauf, dass dies auch der Handel und der Konsument entsprechend würdigen”, so Seitinger. Zudem wolle man in der nächsten Periode der GAP erreichen, dass die “naturnahe, tierschutzgerechte, umwelt- und ressourcenschonende Lebensmittelproduktion weiter gefördert” werde.

Spitzenkandidat Franz Titschenbacher verwies auf die Handschlagqualität des Bauernbundes in den Angelegenheiten der Bauern. Als Signal an die bäuerliche Jugend wolle er dafür eintreten, dass Kammern und Agrarpolitik praxistaugliche Rahmenbedingungen für Betriebe schaffen. Ziele seien Planbarkeit, Rechtssicherheit und Verlässlichkeit etwa für den Stallbau zu erreichen und so für eine zukunftsfähige Betriebsentwicklung zu sorgen. Sein Wahlziel: Er wolle das vorhandene Gewicht des Steirischen Bauernbundes weiter stärken und ist zuversichtlich, dieses Ziel auch zu erreichen. Denn: Die gute Verankerung innerhalb der ÖVP sei für die Durchsetzung bäuerlicher Interessen eine absolute Voraussetzung – eine Voraussetzung, die den Mitbewerbern durchwegs fehle.