ForstBäume verlieren verfrüht ihr Laub

Bäume verlieren verfrüht ihr Laub

Laubbäume, insbesondere Buchen, ließen 2018 verfrüht ihre Blätter fallen.
Quelle: Alex Stemmer/shutterstock.com

Das geht aus Berechnungen und Satellitenbildanalysen der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) hervor. Am stärksten betroffen waren demnach Mittel- und Ostdeutschland sowie Tschechien. In der Schweiz setzte die Trockenheit im vorvergangenen Jahr der WSL zufolge den Wäldern ganz im Norden sowie am Jurasüdfuss und im Walliser Haupttal am stärksten zu. Laut den Wissenschaftlern litten die Bäume in warm-trockenen Regionen am meisten, und zwar insbesondere dann, wenn sie eher klein bis mittelgroß gewachsen waren und in steilem Gelände und auf flachgründigen Böden standen. Damit ließen sich künftig solche Standorte und Baumeigenschaften als Risikofaktoren für Trockenheitsschäden einordnen. In ganz Zentraleuropa waren der WSL zufolge eher die Fichten betroffen, während in der Schweiz vor allem Laubbäume und insbesondere Buchen verfrüht ihre Blätter fallen ließen. Laut dem WSL-Ökologen Prof. Niklaus Zimmermann dürften Buchen und Fichten Schwierigkeiten haben, in den betroffenen Regionen längerfristig zu überdauern, wenn sich Ereignisse wie 2018 wiederholen sollten. Eichen, die weniger Wasser benötigten und darum mit Trockenheit besser umgehen könnten, hätten in denselben Regionen hingegen kaum Blattfall gezeigt. Nach Angaben von Dr. Philipp Brun, der am WSL im Bereich Landschaftsdynamik forscht, sind Fichten in den letzten 150 Jahren in vielen Ländern großflächig an der warm-trockenen Grenze ihres Verbreitungsgebietes angepflanzt worden. Im Jahr 2018 hätten sowohl die Buche als auch die Fichte Bedingungen erlebt, die an vielen Standorten außerhalb ihres Toleranzbereichs gelegen hätten.