BioBio-MarktAktuelle Infos zum Bio-Markt

Aktuelle Infos zum Bio-Markt

Quelle: Agrarfoto

 Das kostet Bio-Getreide

Zu Beginn der Ernte ist die Nachfrage nach Bio-Dinkel und Bio-Hafer hoch. Entsprechend gestiegen sind auch die Preise im Vergleich zum Vorjahr. Bei Dinkel zum Beispiel sind Bauernpreise von 400 bis 450 Euro (netto) möglich. Weiter stabil sind die Preise für Bio-Eiweißkulturen. Ackerbohne und Erbse können den Bedarf bei weitem nicht decken, sodass Bio-Soja weiter eine sehr große Rolle spielt. Während bei Erbse und Ackerbohne Bauernpreise von 440 bis 470 Euro möglich sind, kann Soja um 650 Euro verkauft werden (alle Preise netto). Die stabile Nachfrage nach Eiweißkulturen wird sich auch im kommenden Jahr nicht ändern. Abwartend ist das Marktgeschehen hingegen bei Futtergetreide. Hier dürfte genügend Ware vorhanden sein, sodass vor der Ernte keine größere Nachfrage entsteht. Wintergerste wurde zum Teil sogar unter dem Vorjahresniveau verkauft. Entsprechend schwierig ist auch die Preisfindung, die – je nach Futtergetreide – irgendwo zwischen 230 und 260 liegen sollte. Für Roggen wird aktuell noch weniger bezahlt. Bei Mahl- und Qualitätsweizen sind Prognosen noch schwierig.

Mehr Bio-Milch produziert

In Österreich lieferten die Landwirte in den ersten drei Monaten des aktuellen Jahres 4,5 % mehr Bio-Milch an als im Jahr zuvor. Von den insgesamt 159,3 Mio. kg Bio-Milch wurden Zweidrittel unter Bio-Milchrichtlinien erzeugt, während das verbleibende Drittel die Heu-Milchkriterien erfüllt. Während im Februar 2020 die Bio-Milchanlieferung noch um 7 % die Vorjahresmengen überschritt, lag das Mengenplus im Folgemonat lediglich bei 3 %. Hier spielt, ähnlich wie in Deutschland die Grundfutterknappheit eine Rolle. Der Anteil von Bio-Produkten an der gesamten Milchproduktion in Österreich hat 2019 erneut zugenommen. Bei Bio-Trinkmilch stieg die Erzeugung 2019 um mehr als 8 %. Das deutsche Bio-Milchaufkommen wächst verhalten. In vielen Regionen Deutschlands lässt die anhaltende Trockenheit die Erwartungen an die diesjährigen Futtermengen und -qualitäten und damit an die Milchleistungen sinken.

Bio-Kühe gut nachgefragt

Voraussichtlich wird das saisonbedingte Sommerloch im heurigen Jahr nicht so drastisch ausfallen. Hinsichtlich bestimmter Edelteile könnte die Nachfrage jedoch etwas zurückgehen. Bio-Schlachtkühe werden auch weiterhin gesucht. Wie im konventionellen Bereich sind auch im Bio-Sektor die Preise im Vergleich zum Vormonat leicht angestiegen. In Deutschland ist der Preis für Bio-Kühe um 9 % höher als im Vergleich zum Vormonat. Dagegen ist die Vermarktungsmenge von Mai auf Juni 2020 um 13 % gesunken. Generell ist in den letzten Monaten Corona-bedingt die Nachfrage nach Fleisch aus biologischer Erzeugung gestiegen.

Bio-Schweinehalter dringend gesucht

Die Nachfrage nach Bio-Schweinen ist ungebrochen groß. In den von der Corona-Krise maßgeblich betroffenen Monaten März bis Mai griffen viele Verbraucher vermehrt zu Bio-Schweinefleisch. Laut AMI (Agrarmarkt Informations-Gesellschaft) stieg die Einkaufsmenge bei Schweinefleisch aus Öko-Haltung in Deutschland in der Zeit um knapp 62 % an.

Um die steigende Nachfrage nach Bio-Schweinefleisch weiter decken zu können, suchen Erzeugergemeinschaften in Österreich und Deutschland mittlerweile händeringend Einsteiger in die Bio-Ferkelerzeugung oder geschlossene Bio-Betriebe mit Zucht und Mast. Die Hemmschwellen für eine Umstellung auf Bio-Schweine sind jedoch vielfältig: Neben der Unsicherheit, ob Stroh im Stall tatsächlich funktioniert und der Angst vor Unkraut auf dem Acker spielt auch die drohende Afrikanische Schweinepest eine Rolle. Außerdem ist die ab 2021 geltende EU-Bio-Verordnung noch immer nicht komplett ausgearbeitet. Möglicherweise wird sie aufgrund der Coronakrise ein Jahr später in Kraft treten – jedenfalls ist dies ein weiterer Unsicherheitsfaktor.

Bio-Schlachtschweine sind in längeren Kontrakten gebunden als es im konventionellen Bereich der Fall ist. Daher ist laut Marktanalysten nicht zu erwarten, dass die Preise aufgrund des zu knappen Angebots ansteigen werden. Jedoch werden zumindest in Deutschland nun einige Unternehmen, die in den vergangenen Monaten Auszahlungen in der unteren Preisspanne getätigt haben, Preisanpassungen nach oben vornehmen, berichtet die AMI.