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Afrikanische Schweinepest erreicht Deutschland

Die Afrikanische Schweinepest ist erstmals in Deutschland festgestellt worden. Betroffen ist ein Wildschweinekadaver in Brandenburg.
Quelle: landpixel.eu

Gestern Abend kursierten erste Meldungen über einen Fund der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei einem Wildschweinekadaver in Brandenburg. Heute, Donnerstagvormittag, bestätigt die deutsche Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, dass die Tierseuche Deutschland erreicht hat. Der positiv getestete Wildschweinekadaver wurde wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze bei Guben im Spree-Neiße-Kreis gefunden. Nachdem das Landeslabor Berlin-Brandenburg den Verdacht gestern gemeldet hatte, bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), das als nationales Referenzlabor Verdachtsfälle abklärt, den ASP-positiven Befund.

Maßnahmen gegen die ASP-Ausbreitung kommen in Gang

Da sich der ASP-Fall bestätigt hat, dürfte von den zuständigen Behörden vor Ort ein gefährdetes Gebiet mit einem Radius von 10 km bis 15 km um den Fundort eingerichtet werden, in dem ein Verbringen von Schweinen ohne Untersuchung und Auflagen nicht mehr möglich ist. Auch die Einstallung von Tieren dürfte nur noch mit Genehmigung erlaubt sein. Zusätzlich dürfte ein eingezäuntes Kerngebiet mit einem Radius von 3 km bis 5 km um die Fundstelle errichtet werden, in welchem die Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen für sechs Monate beschränkt oder verboten werden kann. Der Personen- und Fahrzeugverkehr wird dort ebenfalls Beschränkungen unterliegen. In der Pufferzone mit einem doppelt so großen Radius wie der gefährdete Bezirk dürften Auflagen für den Transport von Schweinen erlassen werden.

Verwerfungen am Schweinemarkt werden befürchtet

Indes fürchtet die Branche Verwerfungen am Schweinemarkt. Denn Drittstaaten sprachen bisher nach einem ASP-Ausbruch rasch Importverbote für Schweinefleisch aus betroffenen Ländern aus.

Die Märkische Onlinezeitung MOZ zitiert Gundula Teltewskaja, Beigeordnete im Landkreis Oder-Spree, wonach sich der Fundort in unmittelbarer Nähe zu Schweinebeständen in Oder-Spree befinde. Das Friedrich-Loeffler-Institut schreibt auf seiner Homepage, dass es sich bei der Probe um Knochen eines weitgehend verwesten Kadavers handelte: „Es ist also davon auszugehen, dass der Eintrag bereits vor einigen Wochen stattgefunden hat.“

Die Karte des Friedrich Löffler Insituts zeigt den ASP-Fall bei einem Wildschwein in Deutschland. (Stand 10.09.2020)
Quelle: Friedrich Löffler Institut