BioAcker und GrünlandAbgestufter Wiesenbau: Für Bio-Betriebe unerlässlich

Abgestufter Wiesenbau: Für Bio-Betriebe unerlässlich

Bei geringer Wirtschaftsdüngerausstattung können steile Teilflächen ungedüngt bleiben. Fotos: Angeringer

Von Wolfgang ANGERINGER

Die wenigsten Betriebe bewirtschaften ausschließlich sehr gute Standorte, wo alle Feldstücke gleich intensiv oder extensiv nutzbar sind. Im Normalfall haben sie neben ebenen, tiefgründigen Schlägen auch seichtgründige, staunasse oder sonst benachteiligte Flächen, die natürlichen Nutzungsgrenzen unterliegen.

Nutzen Sie einen sehr guten Standort zu wenig, wachsen die Bestände aus, werden überständig und hoch aufwachsende Kräuter wie Bärenklau nehmen zu. Die zu späte Nutzung betrifft vor allem die ersten beiden Aufwüchse. Umgekehrt führt eine regelmäßige Übernutzung (zu frühe/zu häufige Mahd oder Weide) zu lückigen oder verfilzten Beständen.

In dieser Goldhaferwiese nahmen hoch aufwachsende Kräuter wie Bärenklau zu, weil sie zu wenig genutzt wurde.

Dünger kann Standortnachteile ausgleichen

Mit Düngung lassen sich im Pflanzenbau bodenbedingte Nachteile teilweise ausgleichen. Im Grünland werden die Nährstoffe hauptsächlich über den hofeigenen Wirtschaftsdünger (Gülle, Mist) rückgeführt. Stickstoff kommt im Boden nicht natürlich vor. Daher muss er über Düngung eingebracht werden.

Das Konzept der abgestuften Nutzung bedeutet, den zur Verfügung stehenden Wirtschaftsdünger der Nutzung und dem Boden entsprechend aufzuteilen. Eines muss man sich dabei aber immer vor Augen halten: Eine Vierschnittfläche ist auf einer tiefgründigen Braunerde leichter zu führen als auf einem seichtgründigen Ranker.

Die abgestufte Nutzung orientiert sich an den Standortbedingungen, wobei aber aus arbeitswirtschaftlichen Gründen wie Erreichbarkeit und Steilheit der Flächen Kompromisse eingegangen werden müssen. So sind steile Flächen zwar oft tiefgründig (typische „Baureine“ am Unterhang), können aber aus Praxisgründen nicht intensiv genutzt werden. Hier setzt man bei der Düngung an und lässt einzelne Gaben aus. Als extensiv werden heute die Wiesen und Weiden bezeichnet, die noch traditionell mit zwei bis drei Nutzungen im Jahr bewirtschaftet werden. Diese Feldstücke erhalten im Herbst und im Frühjahr keine Gülle oder Jauche, da diese den Aufwuchs und die Entwicklung der Pflanzen beschleunigt. Gülle ist der optimale Dünger für den Vegetationsstart im Frühjahr auf Vielschnittflächen und intensiven Weiden. Der feste Wirtschaftsdünger (Mist, Kompost) ist hingegen der optimale Langzeitdünger für die weniger intensiven Flächen. Betriebe, die beide Düngerarten zur Verfügung haben, tun sich bei der Zuteilung leichter. Verteilen Sie den festen Wirtschaftsdünger auf den extensiveren Flächen und als Grunddüngung für die Wirtschaftswiesen und geben Sie Gülle und Jauche im Frühjahr und zu den einzelnen Aufwüchsen auf die intensiven Flächen.

Nutzen Sie Ihre Flächen angepasst? Mehr dazu erfahren Sie in der aktuellen LANDWIRT Bio-Ausgabe 4/2019. Bestellen Sie gleich ein Probeheft!

 

DI Wolfgang Angeringer ist Berater für Pflanzenbau, Grünland und Biolandbau der Landwirtschaftskammer

Steiermark.