Energie24 Stunden Sonnenstrom

24 Stunden Sonnenstrom

Eine Photovoltaik(PV)-Anlage erzeugt in der Regel untertags mehr Strom als verbraucht werden kann. Nur ein Bruchteil davon wird im Betrieb beziehungsweise im Haushalt verwendet, der Rest wird in das Stromnetz verkauft. Der Eigenverbrauch liegt hierbei nur zwischen 20 bis 40 %. Wenn zusätzlich ein Stromspeicher verbaut wird, erhöht sich der Eigenverbrauch auf bis zu 80 %. Der Stromzukauf lässt sich somit deutlich senken. Für einen landwirtschaftlichen Betrieb mit einem Verbrauch von rund 20.000 kWh genügt eine PV-Anlage mit 20 kWp Nennleistung und eine Nettospeicherkapazität von rund 20 kWh. Eine solche Anlage erzeugt rund 20.000 kWh im Jahr. Bei einem Stromverbrauch von ebenfalls etwa 20.000 kWh spart die PV-Anlage rund 30 % der Stromrechnung ohne weitere Maßnahmen. Verändert man zusätzlich das Verbrauchsverhalten, dann lassen sich bis zu 50 % reduzieren. Die einfachste Maßnahme ist, Maschinen möglichst nur untertags einzuschalten – wenn eben die PV-Anlage mehr Strom erzeugt als am Betrieb benötigt wird.

 

80 % Eigenversorgung

Ein Eigenverbrauch von bis zu 80 % lässt sich nur über Speichersysteme erreichen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: das Speichern in Form von „Wärme“ oder in Form von „Strom“. Die PV-Anlage liefert den Strom für die Wärmepumpe oder einen elektrischen Heizstab im Pufferspeicher. Die andere Möglichkeit ist ein Akku-System. Eine vollständige Unabhängigkeit vom Energieversorger ist aber in der Regel nicht wirtschaftlich. Die Akku-Systeme sind aufgrund der notwendigen Größe einfach zu teuer. „Bei der Dimensionierung von Stromspeichern sollte man genau darauf achten, dass der Speicher seine Nutzkapazität effizient auslastet, um zu hohe Kosten zu vermeiden. Gleichzeitig soll der Speicher auch nicht zu klein sein, damit im Bedarfsfall jederzeit ausreichend eigener PV-Strom zur Verfügung steht“, erläutert Vera Immitzer, Geschäftsführerin des Bundesverbands Photovoltaic Austria. Stromspeicher werden in unterschiedlichsten Größen angeboten. Private und kleinere gewerbliche Speicherlösungen verfügen über Größen von 5 bis 20 kWh Nettospeicherkapazität. Gewerbliche Speicher sind zwischen 20 und 100 kWh groß, während Speicher im Industriebereich bis in den MW-Bereich reichen. Im landwirtschaftlichen Bereich sind Kapazitäten zwischen 10 und 50 kWh üblich – je nach Größe der PV-Anlage und des Jahresstrombedarfes im Betrieb.