AckerbauPflanzenschutz10 Tipps fürs Striegeln im Herbst

10 Tipps fürs Striegeln im Herbst

Von Manuel BÖHM, LANDWIRT Redakteur

1. Exakte und etwas frühere Saat

Damit das Striegeln im Herbst ohne Bedenken möglich ist, sollten Sie möglichst exakt säen und darauf achten, dass wenig Körner heraußen liegen. Ist ein Striegeleinsatz im Herbst geplant, kann man die Saatstärke leicht erhöhen. Dies gilt vor allem bei späteren Saatzeitpunkten, Kulturen und Sorten, die weniger bestocken und den Ertrag eher über die Bestandsdichte erzeugen. Da in vielen Gegenden der Herbst eher nasse Witterungsbedingungen und Bodenverhältnisse bringen kann, ist bei einem geplanten Striegeleinsatz ein etwas früherer Saatzeitpunkt besser. Ein paar Tage Vegetationsvorsprung ermöglichen es oft noch, mit dem Striegel zu fahren.

2. Kennen Sie Ihr (Problem-)Beikraut?

Für einen bewussten Einsatz des Striegels ist es gut, sich mit dem jeweiligen Schlag genauer zu beschäftigen und seine Problembeikräuter zu kennen. Die niedrigwüchsigen Herbstkeimer wie Taubnessel, Ehrenpreis oder die Vogelmie re sind noch kein Grund, mit dem Striegel im Herbst aktiv zu werden. Sie werden zu Recht als erwünschte „Untersaat“ bezeichnet. Konkurrenzstarke und ertragsrelevante Arten wie Kamille, Kornblume oder Windhalm rechtfertigen die Überfahrt aber sehr schnell.

3. Blindstriegeln nicht übersehen!

Striegeln und jede andere mechanische Beikrautregulierung ist umso effektiver, je kleiner das zu regulierende Beikraut ist. Daher bewährt sich bei (fast) jeder Kultur der Einsatz des Striegels bereits einige Tage nach der Saat, auch Blindstriegeln genannt. Dabei ist die Kulturpflanze noch nicht sichtbar und die Beikräuter sind im äußerst labilen Keimfadenstadium. Bei wüchsiger Witterung darf man den Zeitpunkt nicht übersehen – er kann schon fünf Tage nach der Saat erreicht sein.

Regulierungserfolge von über 90 % sind typisch in dieser Phase. Eine kleine mechanische Einwirkung genügt, dass der Keimfaden abreißt oder freigelegt wird und vertrocknet. Die Striegeltiefe richtet sich nach der Saattiefe und der Bodenbeschaffenheit. In dieser Phase kannman den Keimling der Kultur kaum verletzen, auch wenn er schon erste Wurzeln gebildet hat. Die Geschwindigkeit ist beim Blindstriegeln nicht so relevant, daher kann normalerweise sehr zügig gefahren werden.